Post warnt vor Päckli-Betrügern

Wer eine Sendung per Nachnahme bekommt, ohne etwas bestellt zu haben, sollte skeptisch sein.
Wer eine Sendung per Nachnahme bekommt, ohne etwas bestellt zu haben, sollte skeptisch sein. © Symbolbild (KEYSTONE/Christian Beutler)
Betrüger haben in der Schweiz eine neue Masche gefunden, an das Geld von Ahnungslosen zu kommen. Sie verschicken Päckli per Nachnahme und kassieren das Geld. Die Post warnt davor, kann aber vorerst nichts gegen die Masche machen. In der Ostschweiz wurden schon mehrere Fälle registriert.

Ihre neue Masche ist genauso dreist wie simpel: Der Pöstler klingelt an der Wohnungstüre und man soll ein Paket entgegennehmen – per Nachnahmegebühr. Trotz Verwunderung bezahlt man und nimmt die Lieferung an. Dann stellt sich heraus, dass im Paket etwas vollkommen wertloses liegt. Wie etwa ein 20 Rappen teurer Plastik-Taschenrechner aus einem Onlineshop. So passiert einem Leser vom Blick. Dieser bezahlte für das Paket satte 89 Franken, in der Annahme, dass das Paket jemand anderer im Haus bestellt habe. Was aber nicht der Fall war. Das Geld der Nachnahme-Sendung hat die Post bereits an den unbekannten Absender überwiesen.

26 Fälle von Nachnahme-Betrug bekannt

Bei der Post kennt man den Vorfall und der Fall mit dem Taschenrechner ist kein Einzelfall: «Unser Kundendienst bearbeitet aktuell 26 Fälle aus der ganzen Schweiz», sagt Léa Wertheimer, Mediensprecherin der Post. Doch könne die Post selber den vom Betrug betroffenen Kunden nicht helfen: «Wir von der Post wissen nicht, was in den Päckli drin ist, oder ob der Kunde effektiv bekommt, was er bestellt hat.» Auch könne die Post den Absender nicht in jedem Fall eruieren.

Post rät Betroffenen, die Polizei einzuschalten

«Wir empfehlen unseren Kunden, grundsätzlich keine Pakete anzunehmen, die man nicht bestellt hat», sagt Wertheimer. Im Zweifelsfall könne man die Annahme verweigern und das Paket geht zurück an den Absender. Wer jedoch darauf hineingefallen ist, soll sich an die Behörden wenden und eine Anzeige bei der Polizei erstatten: «Wir arbeiten – wie in solchen Fällen immer – mit den Behörden zusammen.» Über die Strafverfolgungsbehörden könne dann der Absender eruiert werden.

Einige Fälle im Kanton Thurgau gemeldet

In der Ostschweiz sind schon einige derartige Fälle bekannt und zur Anzeige gebracht worden. Doch wird eine grosse Dunkelziffer vermutet. Bei der Kantonspolizei Thurgau wurden einige Anzeigen erstattet, bestätigt Polizeisprecher Mario Christen: «Wir raten den Betroffenen auf jeden Fall, eine Strafanzeige zu erstatten, wenn man mit dieser Masche betrogen wird.»

Update: Mittlerweile dürfte der Schuldige gefasst worden sein. Die Zuger Kantonspolizei verhaftete einen 40-jährigen Schweizer. Mehr dazu folgt.

Bei der Sendung per Nachnahme bezahlt der Empfänger den ausstehenden Betrag der Lieferung direkt an den Pöstler. Dieser überweist das Geld dann auf das Konto des Absenders. Bei der Post können so Sendungen mit einem Wert von bis zu 10’000 Franken versendet werden.

(rar)


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