Regisseur Micha Lewinsky schreibt Drehbücher über sich

Micha Lewinsky hat 2008 den Schweizer Filmpreis für seinen Film "Der Freund" gewonnen (Archiv)
Micha Lewinsky hat 2008 den Schweizer Filmpreis für seinen Film "Der Freund" gewonnen (Archiv) © /KEYSTONE/GAETAN BALLY
“Meine Drehbücher haben immer mit mir und meiner Lebenssituation zu tun”, sagt der Zürcher Filmregisseur Micha Lewinsky. Sein neuester Film “Nichts passiert” hat den erhofften Erfolg bisher nicht gebracht.

Bei diesem Film geht es um einen sexuellen Übergriff eines jungen Mannes auf eine 15-Jährige. Im Mittelpunkt steht allerdings der Vater der Freundin dieser jungen Frau. Er ist zum Mitwisser geworden, will die Tat aber vertuschen. “Es gibt viele Filme über Täter und Opfer, nicht aber über Mitwisser”, sagt Lewinsky im Gespräch mit dem “SonntagsBlick”. “Die wenigsten von uns sind aktive Täter. Die Frage ist, wo die Grenze vom Mitwisser zum Täter liegt.”

Der Protagonist hat etwa das Alter des 43-jährigen Regisseurs. Das Drehbuch hat er auf den um ein Jahr jüngeren deutschen Schauspieler Devid Striesow geschrieben. Als er 20 war, habe er ein Drehbuch einer romantischen Komödie verfasst, sagt Lewnisky. “Mit 65 mache ich vielleicht einen Film über Rentner.”

Damit verbindet er auch die Hoffnung, dass dann mehr Zuschauer ins Kino kommen werden als bei “Nichts passiert”. “Väter haben – anders als Rentner – keine Zeit ins Kino zu gehen.”

So erklärt Lewinsky den mässigen Erfolg seines neuesten Films, den bisher in der Schweiz nur gerade 4000 Personen gesehen haben. Sollte er aber den Schweizer Filmpreis bekommen, würde das dazu führen, dass mehr Menschen ins Kino gehen. “Das wäre das Schönste.”

(SDA)


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