Rettungsflugzeug vom Gauligletscher soll nochmals fliegen

Das legendäre Rettungsflugzeug Fieseler Storch wird aus der Halle Luftfahrt des Verkehrshauses der Schweiz abgehängt, damit es wieder flugfähig gemacht werden kann.
Das legendäre Rettungsflugzeug Fieseler Storch wird aus der Halle Luftfahrt des Verkehrshauses der Schweiz abgehängt, damit es wieder flugfähig gemacht werden kann. © Photopress/Gregor Kaluza
Eines der zwei Flugzeuge, die 1946 im Berner Oberland die Crew einer abgestürzten amerikanischen Militärmaschine rettete, soll 2016 zum 70-Jahre-Jubiläum wieder an den Absturzort fliegen. Die Rettungsaktion gilt als Geburtsstunde der Luftrettung.

Die amerikanische Dakota C-53 war am 19. November 1946 im Nebel vom Kurs abgekommen und konnte mit viel Glück auf dem Gauligletscher notlanden. Eher zufällig wurde die Dakota auf 3350 Meter Höhe auf dem Gauligletscher gesichtet. Aus Flugzeugen wurden Hilfspakete zu den Verunglückten abgeworfen. Die meisten Pakete landeten jedoch in Gletscherspalten.

In einer beispiellosen Rettungsaktion wagten schliesslich Schweizer Militärpiloten die weltweit erste Rettung im Hochgebirge aus der Luft. Mit zwei Fieseler-Storch-Flugzeugen landeten Victor Hug und Pista Hitz auf dem Gletscher und konnten die zwölf Passagiere der Dakota wohlbehalten nach Meiringen BE ausfliegen.

Das Wrack der Dakota wurde erst vor wenigen Jahren vom Gletscher freigegeben. Eines der beiden Rettungsflugzeuge, der Fieseler Fi 156 “Storch” mit der Immatrikulation A-97, hing seit über 50 Jahren im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern. Nun hat die Maschine das Verkehrshaus verlassen, damit sie wieder flugtüchtig gemacht werden kann, wie das Museum am Dienstag mitteilte.

Restauriert wird die A-97 von Spezialisten in Deutschland und Polen. Der Verein “Freunde des Fieseler Storch” wollen 2016 die Rettungsaktion mit der Originalmaschine nachstellen. Dann jährt sich das Ereignis, das als Meilenstein der Luftfahrt und als Geburtsstunde der Luftrettung gilt, zum 70. Mal.

Die Rettung der Amerikaner wirkte sich auch auf die Diplomatie aus. Das Ereignis habe in den damals auf einem Tiefpunkt angelangten Beziehungen zwischen der Schweiz und den USA zu einer Kehrtwende geführt, schreibt das Verkehrshaus.

Das Flugzeug Fieseler Fi 156 wird wegen seines hochbeinigen Fahrgestells Storch genannt. Zum Starten benötigt es nur eine Piste von 50 Meter Länge, zum Landen genügen 20 Meter. Dank diesen Eigenschaften hat der Storch auch den Namen “Hubschrauber mit Tragflächen”.

Der Storch wurde von 1939 bis 1947 von der Fieseler-Flugzeugbau GmbH in Kassel gebaut. Die Schweizer Armee beschaffte sich fünf dieser Propellermaschinen.

(SDA)


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