“Säuberungsaktion” auf der Schwägalp

Von Dumeni Casaulta
“Säuberungsaktion” auf der Schwägalp
© Fabian Monn/TVO
Angehörige des Schweizer Militärs sind diese Tage als Putz-Spezialisten unterwegs. Sie sammeln auf der Schwägalp tonnenweise Munitionsreste – und auch zivilen Abfall ein.

Oberhalb der Schwägalp befindet sich einer der grössten Truppenschiessplätze der Schweizer Armee. Immer wieder bleiben dort Munitionsreste liegen, obwohl das Militär versichert, das Gebiet nach den 40 Schiesstagen pro Jahr jeweils “minutiös” abzusuchen. Vor allem in schwer zugänglichen und felsigen Gebieten bleiben zum Beispiel Reste von Granten zurück.

In dieser Woche tummeln sich deshalb rund 50 Gebirgs- und Sprengstoffspezialisten sowie weitere Soldaten am Fusse des Säntis. Sie suchen nach Blindgängern, Munitionsresten und zivilem Abfall. Alle zwei Jahre findet eine solche Aufräumaktion statt. “Dies ist der grösste Schiessplatz der Ostschweiz, auf diesen sind wir angewiesen, auch in Zukunft. Gleichzeitig ist das hier aber auch ein Naherholungs- und Naturschutzgebiet. Wir räumen deshalb auf, was wir hinterlassen”, sagt Oberst Christian Obrist.

Armeehelikopter für “Effizienz”

Dass dabei auch anderer, nicht militärischer Abfall entsorgt wird, sei selbstverständlich. “Jährlich bringen wir rund sechs Tonnen Material hierher, entfernen aber rund zehn Tonnen”, betont Obrist. Dies hängt aber nicht nur mit zivilem Abfall zusammen, sondern vor allem auch mit Altlasten, die das Militär noch beseitigen muss. Bei der Aufräumaktion kommen auch Armeehelikopter zum Einsatz. “Um grössere Rückstände effizient aus dem Gelände zu schaffen.”

Nicht nur Munition birgt Gefahren

Finden die beteiligten Soldaten einen Blindgänger, muss dieser gesprengt werden. Angst hat der Gebirgsspezialist Ivo Budde aber nicht: “Die Hauptgefahr kommt nicht von den Gegenständen, sondern vom Steinschlag und der Absturzgefahr.” Vorsicht ist also nicht nur bei der Munition geboten.

Aus Sicherheitsgründen wurden gewisse Wanderwege für das Aufräumen gesperrt. Ab dem Wochenende ist das Gebiet wieder normal begehbar, allerdings liegt dann deutlich weniger Abfall zwischen den Felsen.

Alles zur Aufräumaktion des Schweizer Militärs auch im TVO-Beitrag vom Mittwoch:


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