Sankt Gallen in 7 Rapsongs erklärt

361 Grad aka Kiko & Boro sind echte "Murderstadt Pussys".
361 Grad aka Kiko & Boro sind echte "Murderstadt Pussys". © Screenshot YouTube
Man sagt den St.Gallern nach, sie hätten im Vergleich zu anderen Schweizern wenig Selbstvertrauen. Davon ist in diesen Rap-Hymnen an die Gallusstadt nicht viel zu spüren. Im Gegenteil: Fette Beats und starke Töne, die manchmal zwar etwas schief klingen, aber immerhin ehrlich gemeint sind. Yo Sanggallä, du bisch s’Bescht wos je häts gits!

Sanggallä isch chrank

Odium & Thedawn singen auf dem 2005er Album “Los si oder los si” über ihre Liebe zu St.Gallen. “Ju wa, wer bisch denn du? Bisch nöd us Sanggallä, denn gang uf dä Zug”, heisst es da. Oder: “Sanggallä, so chrank wiä kei anderi Stadt. Und wer nöd immun isch, dä wanderet ab.” Die Rapper scheinen nirgendwohin zu wandern: Auf ihrem Facebook-Account kündigen sie “neuen Stoff” an. Wir sind ja gespannt.

Sanggallä hät gaaanz viel Stadtteil

Im Song “Saint City Stand Up” von The W.O.L.V.E.S. feat. Lycon aus dem Jahr 2007 erfährt man, wie das Leben eines St.Galler Stadtkinds gewesen sein muss. Und es gibt noch gratis Geografieunterricht obendrein, denn alle Stadtteile werden mehrmals runtergerappt: Lachen, Bruggen, Rotmonten, Schoren, Neudorf, Feldli, Linsebühl, Abtwil (gehört streng genommen zur Gemeinde Gaiserwald), Guggeien, Stephanshorn, Riethüsli, Ahorn, Grossacker, St.Fiden, Kreuzbleiche, Heiligkreuz, St.Georgen, Marktplatz, Kantipark und Weiern – uff!

Sanggallä isch gföhrlich

“Das sind di Streets, Altä, Gwalt isch Alltag. Schutzgeld, Erpressig, bald isch Zahltag”, heisst’s in “Murderstadt Pussys” von 2009. So gefährlich haben wir St.Gallen gar nicht in Erinnerung. Der Song ist von 361 Grad aka Kiko & Boro – das sind die “Rappers us dä Ostschwiz” und der Grund “werum sich d’Ostschwiz z’todschwitzt.”

Sanggallä weiss woanne mit em Ballä

361 Grad rappen auch über die grösste Hassliebe der Stadt: den FC St.Gallen. “Glaub a dii, glaub a sie, unbegrenzti Fantasie. Ufstieg nocher Meischter und als Nögschts gots id Champions League.” Der Song ist dem Aufstieg in die Super League 2009 gewidmet – “d’Gallus Mafia wieder ide Nati A”. Da, wo sie hingehört. Schliesslich ist der “Äffzässgee, s’Bescht wos je häts gits.”

Sanggallä hät nöd viel Muät

Während die einen St.Gallen auf ein Podest heben, singt Daniel Ryser aka Göldin in “Saint City Low Life” über die weniger schönen Seiten im Herzen der Ostschweiz. “Me hend viel gstreckts Kokain. Me hend kei Platz für kulturell was loszha wiä Thun oder Bern. Me händ viel verchnorzti Lüt und kei ehrlichi Punks.” Aber leider habe man nicht viel Mut in St.Gallen. “Me hend viel Lüt, wo viel dra liet, dass alles bim Alte bliebt.”

Sanggallä häts halt

“Der Weg ist egal. Verkauf deine Seele, denn du lebst nur einmal”, ist das Motto vom HSG Flavour. Weitere Erkenntnis über die deutschen Studenten an der St.Galler Kaderschmiede: “MacBook, Goldschmuck, Pelzjacken, Yuppieschiene. Er ist reicher Junge, Papas Firma eine Goldmine.” Zum Studialltag gehört auch feiern und so darf eine Tour durch die St.Galler Clubs natürlich nicht fehlen. Protzen kommt in St.Gallen allerdings nicht so gut an. Spätestens nach diesem Rap wünschen wir uns für St.Gallen wieder einen Aufsteller.

Sanggallä bliebt gschieder bim Rap

Viel Positives können die toxic.fm-Macher der Gallusstadt abgewinnen. Sie fassen das St.Galler Lebensgefühl im “Empire State Of Mind”-Cover mit den drei O’s zusammen: Offa, Olma und Openair. Und “wenn so en Ueli us Züri chunt, denn muesch ihm erchläre, d’Olma-Brodwurscht wird nöd in Senf inetunkt”. Details für Radiofans: Im Videoclip mischt auch Morgen-Joe vor seiner Zeit bei FM1 mit. Bleibt nur die Hoffnung, dass zukünftige Songs über St.Gallen ebenfalls im Rap-Genre bleiben. Denn Refrains wie dieser vertreiben den letzten japanischen Touristen aus dem Klosterviertel.

(chf)


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