“Schachtmord”-Prozess geht in zweite Runde

Der 53-jährige Schweizer Ueli A., der 2011 in Untereggen seine Frau umgebracht und ihre Leiche in einem Schacht vergraben hat, steht am Montag erneut vor Gericht.

Das Kreisgericht Rorschach verurteilte den Mann im vergangenen Jahr wegen vorsätzlicher Tötung seiner Frau zu einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren. Sowohl die Verteidigung als auch die Staatsanwaltschaft zogen das Urteil anschliessend ans Kantonsgericht St. Gallen weiter. Die Anklage fordert für Ueli A. eine Freiheitsstrafe von 17 Jahren wegen Mordes, die Verteidigung eine Verurteilung wegen Totschlags. Dieses Urteil zöge eine maximale Freiheisstrafe von zehn Jahren nach sich.

Das Beziehungsdelikt weckte ein grosses mediales Interesse. Das Kreisgericht Rorschach verlegte im März 2015 die Verhandlung aus diesem Grund in den Saal des Kantonsgerichts nach St. Gallen.

Die Ehe galt als zerrüttet – beide Eheleute waren in einer neuen Beziehung, die Trennung stand kurz bevor. Die Frau lebte nur noch der drei Kinder wegen im gemeinsamen Haus in Untereggen. In der Nacht auf den 3. Dezember 2011 kam es schliesslich zur Tragödie: Während die Kinder friedlich schliefen, tötete ihr Vater seine 43-jährige Frau.

Falsche Spuren gelegt

Ueli A. schlich sich barfuss ins Schlafzimmer seiner Frau und schlug sie mit einem Hammer bewusstlos. Danach erdrosselte er sie mit einem Plastiksack und zwei Kabelbindern und versteckte die Leiche in einem Schacht neben dem Einfamilienhaus.

Er bedeckte den Schacht mit Erde und legte falsche Spuren: So fuhr er beispielsweise mit dem Auto des Opfers ins Nachbardorf und stellte den Wagen dort unverschlossen ab. Am nächsten Abend wurde die Frau von ihrem Bruder als vermisst gemeldet.

In den darauf folgenden Tagen wurde intensiv nach ihr gesucht. Auch der Ehemann beteiligte sich an der Suche. Als bekannt wurde, dass es Eheprobleme gegeben hatte, geriet der Informatiker ins Visier der Ermittler.

Rund drei Wochen nach der Tat wurde im Garten des Einfamilienhauses die Leiche der Frau im zugeschütteten Schacht entdeckt. Nachdem er als Verdächtiger verhaftet worden war, gab der Mann die Tat zu. Seit März 2012 sitzt er im vorzeitigen Strafvollzug. (sda/red)


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