«Schmeckt wie geräuchertes Poulet»

Von Fabienne Engbers
Die Inhaberin Lara Lecker mit ihren beiden Mitbetreibern Timo (Mitte) und Lukas
Die Inhaberin Lara Lecker mit ihren beiden Mitbetreibern Timo (Mitte) und Lukas © FM1Today
Das erste vegane Restaurant in St.Gallen, die Leckerei, hat seine Türen geöffnet. Offizielle Eröffnung ist eigentlich erst diesen Samstag. «Lara Lecker», so nennt sich die Inhaberin, lädt aber bereits diese Woche zum «Probeschlemmen».

«Lecker ist mein Künstlername, aber wir nennen uns hier alle beim Vornamen, deshalb bin ich einfach Lara für euch», sagt die Inhaberin des Restarants Leckerei. Zusammen mit ihrem Mann Timo (29) und einem Freund hat die 24-Jährige das vegane Restaurant ins Leben gerufen.

Durch Zufall auf Lokalität gestossen

«Dass wir genau jetzt und genau hier unser Restaurant eröffnen, ist Zufall», sagt Lara. In den Räumlichkeiten des ehemaligen Hotels Hecht direkt am Marktplatz sind die Jungunternehmer unterkommen, nachdem sie ein Inserat gesehen haben. «Das war totaler Zufall und wir haben einfach gedacht: Doch das machen wir, jetzt eröffnen wir unser erstes Restaurant», sagt Lara Lecker.

«Bedürfnis, ehrlich zu essen, ist da»

Damit hat St.Gallen sein erstes veganes Restaurant. Ob dies auch gewünscht wird, wird sich nun zeigen. «Ich denke, das Bedürfnis, ehrlich und frisch zu essen und zu wissen, was man auf dem Teller hat, ist sicherlich vorhanden», sagt Lara Lecker. Bio, ohne tierische Produkte und ohne künstliche Zusätze – das sind die Merkmale des Essens in der Leckerei. Ausserdem komme das Bewusstsein dafür, dass man immer weniger Fleisch isst, langsam aber sicher auf, sagt Lecker.

Rezepte kommen aus dem eigenen Fundus

«Wir haben uns mehrere Jahre komplett vegan ernährt», sagt Lara Lecker. «Auswärts zu essen war so gut wie unmöglich als Veganer, daher haben wir von der kompletten Strenge abgesehen.» Die Gerichte, die in der Leckerei serviert werden, hat Lara Lecker selbst ausgetüftelt und zusammen mit ihrem Küchenteam optimiert. «Das war nötig, damit wir die 60 Plätze im Restaurant auch bedienen können, ohne unterzugehen», sagt die Veganerin.

Alle sind willkommen

Nicht nur Hardcore-Veganer sind in der Leckerei willkommen, auch Gäste, die Fleisch essen, sind eingeladen. «Wir wollen den Leuten zeigen, dass auch veganes Essen lecker schmeckt und dass man nicht immer Schnitzel oder Rahmnudeln kochen muss», sagt Lara. «Nebst den Klassikern wie Salate oder Suppen haben wir im Moment viele Sandwiches, Wraps und Burger auf der Karte, dazu kommen frische Säfte und Smoothies, die wir selbst machen.»

Selbsttest fällt positiv aus

Wir durften die veganen Leckereien bereits probieren und sind überrascht vom vielseitigen Geschmack. Der Seitan, ein Fleischersatz aus Weizenproteinen, schmeckt ein bisschen nach geräuchertem Poulet, die Gelbe-Erbsen-Walnuss-Taler wie Falafel. In die selbst kreierten Saucen würden wir uns am liebsten hineinlegen. Ganz günstig ist die Leckerei allerdings nicht; ein Burger mit Kartoffelschnitzen kostet rund 25 Franken. Es gibt aber auch günstigere Alternativen. Gebratene Nudeln gibt’s für 19 Franken, eine Portion Kartoffelschnitze für 8.50 Franken.

FM1-Moderator Raphael Labhart hat den Seitan-Burger für uns getestet:

Was denkt ihr? Könntet ihr vegan leben?


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