Schmeichelhafter Punktgewinn für Dusel-Espen

Von Marco Latzer
Schmeichelhafter Punktgewinn für Dusel-Espen
© Ungerechte Punkteteilung: Die Espen Marco Aratore und Roy Gelmi im Duell mit Hopper Runar Mar Sigurjonsson. (KEYSTONE/Walter Bieri)
Die ersten 45 Minuten hui, die zweite Halbzeit pfui. Im Auswärtsspiel gegen GC sah der FC St.Gallen wie der logische Verlierer aus. Trotzdem nimmt die Mannschaft von Joe Zinnbauer dank Fortuna einen Punkt in die Ostschweiz. Hier geht es zu den Spielernoten.

Tor:

Daniel Lopar. Note: 4,0. War bei beiden Gegentoren absolut chancenlos. Sonst hielt er, was es zu halten gab. Solid wie gewohnt.

Verteidigung:

Silvan Hefti. Note: 2,5. Bezahlte nach zuletzt starken Leistungen wieder ordentlich Lehrgeld. Zunächst ein katastrophaler Rückpass im Duell mit Caio, der beinahe ein Gegentor bedeutet hätte. Dann nicht nahe genug beim Mann als Andersen das 1:0 buchte – schlimm verteidigt. In der zweiten Halbzeit dann mit seinen Abwehrkollegen beim Dauer-Schwimmen gegen den GC-Druck.

Martin Angha. Note: 3,5. Hielt sich aus den entscheidenden Situationen raus, bzw. produzierte keine schlimmen Böcke. Als Leistungsträger fiel er allerdings auch nicht auf, leistete sich viele Fehlpässe.

Karim Haggui. Note: 3,0. Er müsste eigentlich die Abwehr führen, ist aber wieder mehr mit sich selber beschäftigt. Wirkt zuweilen unglaublich hüftsteif. Holte sich auf dämliche Weise seine vierte gelbe Karte ab und ist im nächsten Spiel gegen Sion gesperrt. In dieser Verfassung ist das kein wirklicher Verlust.

Mittelfeld:

Marco Aratore. Note: 3,0. Begleitete Andersen zusammen mit Hefti ganz nett auf seinem Weg zum 1:0 für die Hoppers. Ist er sonst in dieser Saison eigentlich ein Überflieger, lief gegen die Grasshoppers erstaunlich wenig über ihn.

Toko. Note: 3,5. 45 Minuten ein Leader, der seine Truppe ordentlich dirigierte. Verschwand nach dem Seitenwechsel mit seinen Mittelfeld-Gspänli kollektiv in der Anonymität. War akut gelb-gefährdet, was eine Sperre für das nächste Spiel bedeutet hätte. Wurde in der 79. Minute durch Alain Wiss ersetzt, der sich dann stellvertretend den Karton beim Schiri abzuholen wusste…

Roy Gelmi. Note: 3,5 Leitete den Ausgleich zum zwischenzeitlichen  1:1 ein, indem er nicht lange fackelte und die Kugel an Aleksic abgab, damit dieser umschalten konnte. Scheiterte über die Spieldauer daran, seiner Mannschaft wirklich defensive Stabilität zu verleihen. Trotzdem sehen ihn viele Fans lieber als den unglücklichen Gaudino in der Startformation.

Andreas Wittwer. Note: 4,0. Erstaunlich ordentlich. Lief viel – und zwar gegen hinten und vorne. Und weil er das wichtige Tor zum 2:2 erzielte, verdient er sich eine genügende Note. Es war sein erster Treffer seit seinem Wechsel zum FCSG.

Sturm:

Albian Ajeti. Note: 4,5. Der Mann ist gerade einmal 19 Jahre alt und doch so ein talentierter Stürmer. Bullig und einfach stark. Wie er vor seinem 1:1 den Ball gegen Lavanchy abzudecken wusste, war einfach klasse. Wuselte ordentlich rum, bekam aber nach dem Pausentee keine Bälle mehr. Das war aber nicht wirklich sein Fehler.

Roman Buess. Note: 4,0. Mit etwas Glück hätte er nach zehn Minuten das 1:0 für seine Farben gebucht – diesem Plan stand allerdings der Aussenpfosten im Wege. Scheint mit Ajeti und Aleksic allmählich zu einer schlagkräftigen Offensivabteilung zu verschmelzen. In der 69. Minute musste er für Yannis Tafer vom Rasen.

Danijel Aleksic. Note: 4,0. Endlich blüht der Mann wieder ein wenig auf! Sein erstes Spiel in Normalform seit langer Zeit. Öffnende Pässe und Spielübersicht zeigte er uns zuvor gaaanz lange nicht mehr. Tolle Vorlage zum 1:1 von Ajeti – in der zweiten Halbzeit aber leider absolut inexistent. In der 87. Minute durch Mario Mutsch ersetzt.

FM1Today-Teamschnitt: 3,5

Fazit: Ein schmeichelhafter Punkt für den FC St.Gallen, der in der zweiten Halbzeit erstaunlicherweise den Spielbetrieb komplett einstellte. Nach 45 Minuten mit deutlichen Vorteilen war es plötzlich GC, das zu dominieren wusste. Und wie! Das war Powerplay, was die Hausherren vor ärmlichen 4’400 Zuschauern im Letzigrund zeigten. Joe Zinnbauer dazu: “Dieser Auftritt macht mich stinkig.”

St.Gallen im Torglück: Weil Schiri Erlachner nicht sieht, dass beim 2:2 durch Wittwer vorne Ajeti im Abseits steht und Keeper Vasic irritiert. Und weil Caio in der 95. Minute aus bester Lage nur die Latte trifft.

Nach zwei überzeugenderen Leistungen gegen Lugano und Lausanne folgte gegen GC spielerisch ein kleiner Rückschlag. Dennoch ist die Zinnbauer-Truppe nun seit vier Spielen ungeschlagen. Die üble zweite Halbzeit könnte der Trainer als gesunden Schuss vor den Bug einsetzen.

Am Sonntag in einer Woche kommt der FC Sion zum letzten Heimspiel in der Vorrunde in den Kybunpark. Kickoff ist um 16:00 Uhr. Es ist wohl die letzte realistische Chance auf Punkte in diesem Jahr, da danach noch der FC Basel auswärts wartet.


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