Die “Schublade” sucht einen Käufer

Die “Schublade” in Herisau ist eines der auffälligsten Gebäude der Ostschweiz. Bereits vor der Realisierung erhitzte das futuristische Einfamilienhaus die Gemüter. Nun sucht es einen neuen Besitzer.

Für einmal übertreibt das Maklerinserat nicht: Als “einzigartig, exklusiv und verrückt” wird das Einfamilienhaus beschrieben, das gemeinhin als “Schublade” bekannt ist. Denn wie eine Schublade ragt es 20 Meter über den Rütihang hinaus.

Gebaut hat es Architekt Reinhard Waldburger. Und der Herisauer musste für die Realisierung kämpfen. Hart waren die Auseinandersetzungen mit den Baubehörden. Es dauerte ganze zwei Jahre, bis er die Bewilligung für sein einmaliges Projekt erhielt. Waldburger wollte kein “normales Haus” in den extrem steilen Hang stellen. Eine Stahlplattform sollte das Gebäude tragen. 1992 konnte er seine Vision schliesslich umsetzen.

Das Haus gilt als dreigeschossig, bewohnt wird aber hauptsächlich nur ein Geschoss. Auf drei Seiten ist es von einem Balkon umgeben. Der Blick auf die Alpstein-Gebirgskette, den Gübsensee und die Stadt St.Gallen ist grandios. Bis 1997 lebte Waldburger selber darin. Dann verkaufte er es an Michaella und Amnon Barasch. Nun steht es wieder zum Verkauf. Nach sechs Monaten hat die “Schublade” noch keinen neuen Besitzer gefunden. Vielleicht ist sie für den hiesigen Geschmack zu “exklusiv und verrückt”. Vielleicht liegt es am Preis. Wie teuer das Gebäude ist, erfahren Interessierte nur auf Anfrage.

(red)


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