Schweiz liefert weiteren FIFA-Funktionär an die USA aus

Im Zürcher Nobelhotel Baur au Lac wurden José Maria Marin und sechs weitere FIFA-Funktionäre Ende Mai festgenommen. (Archivbild)
Im Zürcher Nobelhotel Baur au Lac wurden José Maria Marin und sechs weitere FIFA-Funktionäre Ende Mai festgenommen. (Archivbild) © KEYSTONE/ENNIO LEANZA
Die Schweiz liefert den ehemaligen FIFA-Fussballfunktionär José Maria Marin an die USA aus. Der Brasilianer ist der zweite der sieben in Zürich festgenommenen FIFA-Funktionäre, der an die USA überstellt wird.

Marin habe sich mit seiner Auslieferung einverstanden erklärt, teilte das Bundesamt für Justiz (BJ) am Mittwoch mit. Das BJ habe die Auslieferung daher in einem vereinfachten Verfahren unverzüglich bewilligt. Über den Zeitpunkt der Übergabe machte das BJ keine Angaben. Gemäss Rechtshilfegesetz muss Marin innert zehn Tagen von einer US-Polizeieskorte übernommen und in die USA gebracht werden.

Marin war zusammen mit sechs weiteren Fussballfunktionären Ende Mai in Zürich festgenommen worden. Seither sass er in Auslieferungshaft. Einer Auslieferung an die USA hatte er sich zunächst widersetzt. Am Dienstag erklärte er in einer Anhörung, er sei damit einverstanden.

Dem ehemaligen Präsidenten des brasilianischen Fussballverbandes wird vorgeworfen, beim Verkauf von Marketingrechten für die Copa America der Jahre 2015, 2016, 2019 und 2023 sowie für die Copa do Brasil der Jahre 2013 bis 2022 von Sportvermarktungsunternehmen Bestechungsgelder in Millionenhöhe angenommen zu haben.

Bereits an die USA ausgeliefert wurde Jeffrey Webb, ehemaliger Vizepräsident der FIFA. Auch er hatte der Auslieferung an die USA zugestimmt. Er wurde am 15. Juli 2015 den US-Behörden übergeben, wie das BJ schreibt.

Die fünf anderen ehemaligen FIFA-Funktionäre widersetzen sich nach wie vor einer Auslieferung an die USA. Über ihre Auslieferung wird das Bundesstrafgericht zu entscheiden haben.

Alle fünf hätten angekündigt, Beschwerden gegen die vom BJ ausgesprochenen Auslieferungsentscheide beim Bundesstrafgericht zu erheben, teilte das BJ mit. Die Beschwerden von Eugenio Figueredo und Rafael Esquivel seien bereits beim Bundesstrafgericht eingegangen.

(SDA)


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