Schweizer Bahnen haben erheblichen Nachholbedarf beim Unterhalt

Die Schweizer Bahnen haben zu lange zu wenig in den Unterhalt investiert. Nun braucht es zusätzliches Geld. (Archivbild)
Die Schweizer Bahnen haben zu lange zu wenig in den Unterhalt investiert. Nun braucht es zusätzliches Geld. (Archivbild) © KEYSTONE/MARTIN RUETSCHI
Die SBB und Privatbahnen haben zu lange zu wenig in die Erneuerung ihrer Infrastrukturen investiert. Jetzt wird es teuer: Für die nächsten vier Jahre soll der Bund für den Unterhalt des Schienennetzes über 13 Milliarden Franken zur Verfügung stellen.

Über viele Jahre wurde der Ausbau stärker gewichtet als der Unterhalt. Es wird deshalb noch etliche Jahre dauern, bis der Rückstand beim Unterhalt wettgemacht ist, wie es in einer Mitteilung von SBB, Rhätischer Bahn (RhB) und des Verbandes öffentlicher Verkehr (VöV) vom Dienstag heisst.

Die Sicherheit auf dem gesamten schweizerischen Bahnnetz sei zwar nach wie vor gewährleistet, betonten Vertreter von SBB und RhB an einer Medienkonferenz in Zürich-Altstetten. Im “präventiven, vorbeugenden Unterhalt” seien aber zusätzliche Anstrengungen nötig. Dazu gehörten etwa das Stopfen des Schotterbettes oder das Schleifen der Schienen.

Möglich ist dieser zusätzliche Effort aber nur mit mehr Geld. Mit der Leistungsvereinbarung 2017 bis 2020 will der Bund für den Betrieb und Unterhalt des Schienennetzes insgesamt 13,2 Milliarden Franken ausgeben. Das sind 15 Prozent mehr als bisher.

Darüber befinden müssen zunächst noch die eidgenössischen Räte. Als Erstrat wird sich der Ständerat in der Herbstsession mit dem vom Bundesrat festgelegten Zahlungsrahmen für die Finanzierung des Betriebs und des Substanzerhalts befassen.

Mit der Vereinbarung verpflichten sich die Bahnunternehmen, die Unterhaltsarbeiten effizienter zu planen und auszuführen. So hat die SBB die Unterhaltsarbeiten vornehmlich nachts ausgeführt, damit die Züge tagsüber ungehindert verkehren können.

Anstelle dieser längeren und teureren Nachtvariante sollen in Zukunft die Strecken öfter tagsüber gesperrt werden. Dieses Vorgehen ermöglicht laut SBB gezieltere, besser koordinierte und weniger kostspielige Arbeitseinsätze. Für die Dauer der Unterbrüche will die SBB möglichst gleichwertige Ersatzangebote zur Verfügung stellen.

Einen erhöhten Instandsetzungsbedarf hat auch die RhB bei den zahlreichen über 100-jährigen Brücken, Tunnels und Galerien. Durch die Entwicklung von standardisierten Baumethoden will die Betreiberin der Gebirgsbahn die Qualität der Arbeiten verbessern, die Kosten langfristig senken und die Sicherheit erhöhen.

(SDA)


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