“Schweizer Bürokratie macht unser Gewerbe kaputt”

Im Fürstentum Liechtenstein gingen dutzende Gewerbler für Gerechtigkeit auf die Strasse. Sie fordern eine Lockerung der Schweizer Gesetzgebung oder ansonsten Barrikaden für Schweizer Unternehmer. Den Politikern sind aber die Hände gebunden.

“Da wir merken, dass sich in der Schweizer Bürokratie nichts bewegt, sind wir gezwungen Zweiten zu machen”, sagt Arnold Matt, Präsident der Liechtensteiner Wirtschaftskammer. Er und einige Dutzend Gewerbler demonstrierten am Mittwochabend vor dem Regierungsgebäude in Vaduz. Matt: “Es kann nicht sein, dass die Schweiz mit solchen Hürden unser Gewerbe kaputt macht”.

Maximal 90 Tage und bis zu 20’000 Franken Kaution

Seit dem Jahr 2006 werdem Betriebe im Fürstentum Liechtenstein wie solche im EU-Raum behandlet, was Arbeitsrecht angeht. Maximal 90 Tage im Jahr dürfen Unternehmen aus dem Ländle in der Schweiz arbeiten und müssen teilweise vor Arbeitsbeginn Kautionen von bis zu 20’000 Franken beim Bund hinterlegen. Im Gegensatz dazu können Schweizer Unternehmer ohne Einschränkungen im Fürstentum arbeiten.

“Den Schweizer Gewerblern soll es verleiden”

Für die Liechtensteiner Gewerbler ist klar: “Die Spiesse sind ungleich lang und die Schweizer Bürokratie macht unser Gewerbe kaputt”, lautet das Gros der Demonstranten. Desswegen fordern die Demonstranten von ihrer Regierung, dass Schweizer Unternehmen die gleichen Regeln befolgen sollen, wie die Liechtensteiner: “Wir wollen die gleichen Schranken aufstellen wie die Schweizer für uns aufstellen, damit es den Schweizern auch vertleidet”, enerviert sich Philipp Frick, Bauunternehmer Frickbau.

Wenig Chancen für Liechtensteiner Gewerbler

Die Demonstranten haben Unterschriften für eine Gesetzesänderung beim Liechtensteiner Wirtschaftsminister Thomas Zweifelhofer eingereicht und hoffen auf eine baldige Änderung der Situation. Der nimmt den Gewerblern aber den Wind aus den Segeln: “Insofern mache ich mit keine Illusionen, dass wir das gemeinsame System vereinfachen können.” Die Möglichkeiten für eine Gesetzesänderung sind begrenzt. Auch beim St.Galler Volkswirtschaftsdepartement glaubt man nicht, dass es zu einer Änderung kommt. Benedikt Würth glaubt aber daran, dass bei einer Entschlackung der Abläufe eine Verbesserung der Zusammenarbeit ermöglichen würde.

Die Initianten der Kundgebung wollen weiterhin Druck machen und sich für ihr Gewerbe einsetzen.

(rar/iro)

 


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