Schweizer Teams kämpfen um Einzug in Europa-League-Playoffs

Wird mit seinem Team gegen Sassuolo definitiv nicht als Favorit starten: Luzerns Trainer Markus Babbel
Wird mit seinem Team gegen Sassuolo definitiv nicht als Favorit starten: Luzerns Trainer Markus Babbel © KEYSTONE/URS FLUEELER
Luzern und GC kämpfen heute und in den Rückspielen in einer Woche um den Einzug in die Europa-League-Playoffs. Luzern tritt gegen Sassuolo als Aussenseiter an, GC ist gegen Apollon Limassol Favorit. Den Grasshoppers ist trotz einiger Veränderungen im Kader der Start in die neue Saison geglückt.

Nach dem Weiterkommen gegen KR Reykjavik siegten die Zürcher am Wochenende zum Meisterschaftsauftakt gegen Lausanne-Sport 2:0. Trainer Pierluigi Tami zeigte sich vom Auftritt seiner Mannschaft sehr angetan. “Es war ein Signal, das mich zuversichtlich stimmt.”

Über den relativ unbekannten Gegner Apollon Limassol hat sich Tami so gut wie möglich via Internet und mit Videoaufnahmen schlau gemacht. Apollon ist eine routinierte Mannschaft, die mit einigen Spielern aus Südamerika und Portugal bestückt ist.

“Apollon ist ein stärkerer Gegner als Reykjavik. Für uns gilt es, die Leistung vom Spiel gegen Lausanne zu bestätigen”, sagte Tami, der wieder auf den am Sonntag gesperrten Marko Basic zählen kann.

Gegen Apollon bestreiten die Zürcher bereits das vierte Pflichtspiel der Saison, was im Vergleich zum zypriotischen Cupsieger und Tabellenfünften der letzten Saison ein klarer Vorteil ist. Die zypriotische Meisterschaft startet erst am 20. August. Das heutige Heimspiel muss GC allerdings in St. Gallen bestreiten, da das Letzigrund-Stadion aufgrund des Konzerts von Bruce Springsteen besetzt ist.

Tamis einzige Befürchtung im Erfolgsfall ist die hohe Belastung für die Spieler, zumal die Zürcher nicht über ein allzu breites Kader verfügen. Sollte GC in die Europa-League-Playoffs einziehen, hätten sie Ende August bereits 13 Pflichtspiele absolviert.

So viele englische Wochen wie möglich will der FC Luzern bestreiten. “Jetzt sind wir da, wo wir hinwollten”, sagte Trainer Markus Babbel. “Die Vorfreude ist gross”. Noch nie haben die Zentralschweizer eine europäische Gruppenphase erreicht, der letzte europäische Auftritt vor zwei Jahren gegen den schottischen Vertreter St. Johnstone endete blamabel.

Mit Sassuolo, dem Tabellen-Sechsten der vergangenen Serie-A-Saison, haben die Luzerner einen unbequemen Gegner zugelost erhalten. Als “brutal schwer” schätzt Babbel die Aufgabe ein. “Wir brauchen zwei Sahne-Tage, um eine Runde weiterzukommen.”

Der Deutsche, der als Spieler mit Bayern München und Liverpool den UEFA-Cup gewann, schätzt den Gegner als “robust, technisch versiert und eingespielt” ein. Bereits ein torloses Remis nach dem Hinspiel in Luzern, für das 10’000 Zuschauer erwartet werden, würde Babbel als gute Ausgangslage empfinden. “Ein 1:0-Sieg wäre top, ein 2:0-Sieg überragend.”

Sassuolo gehört zu den Aufsteigern der letzten Jahre im italienischen Fussball. 2013 schaffte der Klub aus der Emilia Romagna erstmals den Aufstieg in die Serie A, in der er sich dank den Rängen 17, 11 und 6 etablierte.

Der Klub von Besitzer Giorgi Squinzi, dem Chef des Bauchemieunternehmens Mapei, setzt in erster Linie auf junge, einheimische Spieler und lehrte damit auch der wesentlich höher dotierten Konkurrenz das Fürchten. Die AC Milan und Lazio Rom hatten im vergangenen Jahr gegenüber Sassuolo das Nachsehen.

Als Belohnung kommt das Team von Trainer Eusebio Di Francesco, das den Abgang des kroatischen Verteidigers Sime Vrsaljko (zu Atletico Madrid) zu verkraften hat, zu seiner Premiere in einem europäischen Wettbewerb.

“Luzern ist zwar keine europäische Spitzenmannschaft, aber wir müssen aufpassen”, äusserte sich Squinzi in einem Interview mit der “Gazzetta dello Sport” zum Schweizer Gegner. “Grundsätzlich müsste Sassuolo aber technisch auf einem höheren Niveau sein.”

(SDA)


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