Selina Gasparin erstmals als Mutter auf dem Podest

Selina Gasparin freut sich über ihren 2. Rang in Antholz
Selina Gasparin freut sich über ihren 2. Rang in Antholz © KEYSTONE/AP ANSA/CLAUDIO ONORATI
Selina Gasparin fasst nach ihrer Mutterschaft im Weltcup endgültig wieder Fuss. Die Bündnerin beendet die Verfolgung im italienischen Antholz hinter der Russin Jekaterina Jurlowa auf Rang 2.

Die Leistung von Selina Gasparin, die als 16. mit 51 Sekunden Rückstand ins Rennen gestiegen war, liess zunächst nicht auf einen Exploit schliessen. Im ersten Liegendanschlag verfehlte die Bündnerin eine Scheibe und blieb somit klar ausserhalb der Top-10-Ränge. In den letzten drei Schiessen bog die Schweizerin dann aber nicht mehr in die Strafrunde ein. Eine Athletin nach der anderen wurde von Gasparin abgefangen. In der Endphase schnappte sich die 31-Jährige auch noch die Lokalmatadorin Dorothea Wierer, die sich nach Rang 2 im Sprint nun mit Platz 3 begnügen musste. Einzig Jekaterina Jurlowa rettete als Siegerin 12 Sekunden ins Ziel. Die Russin drehte ebenfalls nur eine Strafrunde.

“Dieser 2. Rang ist ebenso wertvoll wie meine Siege im Sprint. In der Verfolgung muss man sich das Resultat im Kampf Frau gegen Frau holen. Da gilt es, die Nerven im Griff zu behalten”, sagte die Schweizer Teamleaderin.

Die Gedanken ans Podest kamen bei Gasparin erst auf der Schlussrunde auf. Das letzte Schiessen würfelte das Feld nochmals durcheinander. Die russische Leaderin Olga Podtschufarowa verfehlte mit den letzten drei Patronen. Auch Wierer und die Weltcup-Leaderin Gabriela Soukalova patzten. Somit nahm Selina Gasparin die letzten Kilometer im 3. Rang in Angriff. Jurlowa blieb ausser Reichweite, aber Wierer rettete ihre 18 Sekunden Vorsprung nicht ins Ziel.

Selina Gasparin hatte den vergangenen Winter ausgelassen – Ende Februar gebar die seit Juni 2014 mit dem russischen Langläufer Ilja Tschernoussow verheiratete Bündnerin eine Tochter. Der Wiedereinstieg in diesem Winter verlief zunächst harzig. Erst nach Neujahr kam sie auf Touren. Ein 5. Rang in Ruhpolding deutete ihr Potenzial an, zwei Ränge in den Top 20 bestätigten den Aufwärtstrend.

Die Schweizer Biathlon-Pionierin erreichte ihren vierten Podestplatz im Weltcup. Ihre bislang drei Ausrufezeichen hatte sie im Olympia-Winter 2013/14 gesetzt. In Annecy und in Hochfilzen holte sie im Sprint die ersten zwei Weltcupsiege für die Schweiz im Biathlon. Auch ihr Exploit in Sotschi, als sie im Einzel über 15 km Silber errang, zählt als Weltcup-Podium.

(SDA)


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