Nach WHO-Entwarnung neuer Ebola-Fall in Sierra Leone

Ein Ebola-Team in den Strassen Freetowns, der Hauptstadt Sierra Leone. (Archivbild)
Ein Ebola-Team in den Strassen Freetowns, der Hauptstadt Sierra Leone. (Archivbild) © KEYSTONE/AP/MICHAEL DUFF
Nur einen Tag nach der offiziellen Bekanntgabe des Endes der Ebola-Epidemie in Westafrika ist in Sierra Leone erneut ein Ebola-Fall aufgetaucht. Eine Frau starb in der Stadt Magburaka im Zentrum des Landes an Ebola.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und örtliche Behörden bestätigten den Fall am Freitag. Sierra Leone war von der WHO bereits im November für Ebola-frei erklärt worden. Seitdem hatte es keine gemeldete Erkrankung mehr gegeben.

Am Donnerstag hatte die WHO auch Liberia für Ebola-frei erklärt. Damit waren erstmals seit Ausbruch der Seuche vor gut zwei Jahren alle drei betroffenen westafrikanischen Länder Guinea, Sierra Leone und Liberia offiziell Ebola-frei.

Die WHO und andere Experten hatten allerdings gewarnt, dass es im Laufe des Jahres noch einzelne Krankheitsfälle geben könnte. “Es besteht weiterhin ein Risiko”, betonte WHO-Sprecher Tarik Jasarevic in Genf.

Wie sich die nun verstorbene Frau angesteckt hatte, blieb zunächst unklar. Beim Opfer handelt es sich nach Angaben eines örtlichen Amtsarztes um eine 22-jährige Studentin. Örtliche Medienberichte hatten zunächst von einem Jungen als Opfer gesprochen.

Sie sei vergangene Woche in dem Dorf Baomoi Luma erkrankt und von ihren Verwandten nach Magburaka, der Hauptstadt des Bezirks Tonkolili, gebracht worden, wo sie am Dienstag verstarb. Zwei Tests hätten das Virus in ihrem Körper bestätigt.

Laut dem Sprecher der nationalen Sicherheitsbehörde wurde der Ebola-Krisenstab sofort reaktiviert. Die Familie der Toten stehe unter Quarantäne, zudem werde nach allen Betroffenen gesucht, die mit der Studentin in Kontakt gestanden haben könnten.

Der Sprecher rief die Bevölkerung zur Ruhe auf. Vorsichtshalber solle sie sich aber weiter an die Regeln zum Schutz vor einer Ansteckung halten. Die betroffenen Länder haben inzwischen adäquate Behandlungskapazitäten und Vorsichtsmassnahmen, so dass einzelne Fälle zu keiner neuen Epidemie führen sollten.

Die jüngste Ebola-Epidemie hatte im Dezember 2013 in Guinea ihren Ausgang genommen. Das Virus breitete sich anschliessend auf die Nachbarländer Sierra Leone und Liberia aus, einzelne Fälle gab es auch in Mali, Nigeria und dem Senegal.

Insgesamt rund 29’000 Menschen infizierten sich nach WHO-Angaben, etwa 11’300 Menschen starben – die Dunkelziffer dürfte noch höher liegen. Ein Land wird für frei von Ebola erklärt, wenn es 42 Tage – die doppelte Zeitspanne des maximalen Inkubationszeitraums – keine neuen Fälle gegeben hat.

Das tödliche Ebola-Virus stellt Forscher weiterhin vor Rätsel. Experten gehen davon aus, dass sich das Virus zum Beispiel beim Verzehr von infizierten Wildtieren auf Menschen überträgt. Hoffnungen richten sich auf die Entwicklung von Impfstoffen, bei der in letzter Zeit Fortschritte erreicht wurden.

(SDA)


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 1000 Zeichen