«So macht ihr die Fasnacht kaputt!»

Die Fasnachtswagen im Rheintal müssen neuen Vorschriften entsprechen.
Die Fasnachtswagen im Rheintal müssen neuen Vorschriften entsprechen. © FM1Today
Im St.Galler Rheintal gilt ein neues Reglement für Fasnachtsumzüge. Künftig wird die Grösse und die Lautstärke der Wagen eingeschränkt. Fasnächtler sind entrüstet.

«Da muss man sich ersthaft überlegen, ob man sich die Mühe noch machen soll, einen Fasnachtswagen zu bauen», enerviert sich ein Wagenbauer aus Eichberg im Tagblatt. «So macht ihr die Fasnacht kaputt!» Grund für die Aufregung ist ein neues Reglement für Fahrzeuge an Fasnachtsumzügen.

Strassenverkehrsamt prüft Wagen

Die Wagenkombinationen dürfen die Grösse eines regulären Lastwagens mit Anhänger nicht mehr überschreiten. Grund dafür sei laut den Organisatoren der Rheintaler Strassenfasnachten, dass die Wagen in den letzten Jahren immer grösser wurden. Deshalb waren auch immer grössere Traktoren am Umzug. Neu müssen alle Fasnachtswagen vor dem Umzug vom Strassenverkehrsamt abgenommen werden und jeder Wagen muss einen Versicherungsnachweis erbringen.

Lautstärke der Wagen wird reguliert

Nicht nur die Grösse der Wagen war Anstoss, ein neues Reglement zu verfassen. Auch seien die Wagen immer lauter geworden. Im Reglement steht, dass die Lautsprecher-Anlagen auf den Wagen neu nicht mehr gegen aussen angebracht werden dürfen. Ebenso wird die Lautstärke limitiert. Neu sind nur noch 93 Dezibel zugelassen.

«Es muss nicht erst ein Unfall geschehen»

Die neuen Vorschriften für die Fasnachtsumzüge gelten in Altstätten, Oberriet, Rebstein und Kriessern und Diepoldsau. Bei den Veranstaltern rechtfertigt man sich, dass die neuen Vorschriften nicht aus der Luft gegriffen seien: Alex Zenhäusern, OK-Präsident der Altstätter Fasnacht argumentiert mit der Sicherheit: «Es muss nicht erst einen Unfall geben: Wir wollen vermeiden, dass die Fasnacht in Verruf gerät.»

Originalität statt Barwagen voller Werbung

Im Reglement steht: «Ziel der Veranstalter ist es, dass sich die Wagenbauer wieder mehr auf den liebevollen Bau eines Mottowagens  (Politik, Region, Sport, usw.) konzentrieren, anstatt einen mit Werbeblachen zugehängter Barwagen mit tausenden Watt Musikleistung.» Diese Mühe soll auch belohnt werden. So wird der originellste Wagen am Ende mit 1’000 Franken prämiert.

(rar)


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