Sorge um Helmut Schmidt

Der Gesundheitszustand des deutschen Altkanzlers Helmut Schmidt hat sich nach Angaben aus seinem Umfeld stark verschlechtert. Dem 96-Jährigen gehe es sehr schlecht, hiess es. (Archivbild)
Der Gesundheitszustand des deutschen Altkanzlers Helmut Schmidt hat sich nach Angaben aus seinem Umfeld stark verschlechtert. Dem 96-Jährigen gehe es sehr schlecht, hiess es. (Archivbild) © KEYSTONE/EPA/Michael Sohn / POOL
Grosse Sorge um den deutschen Altkanzler Helmut Schmidt: Dem 96-Jährigen gehe es sehr schlecht, heisst es in seinem Umfeld. Der Mitherausgeber der Wochenzeitung “Die Zeit” war erst Mitte September nach einer Operation aus der Klinik entlassen worden.

Wie die Nachrichtenagentur dpa aus dem Umfeld des Politikers erfuhr, habe sich sein Gesundheitszustand erheblich verschlechtert. Es gehe ihm “wirkliche nicht gut”.

Zuerst hatten das “Hamburger Abendblatt” und der Sender NDR 90,3 am Montag darüber unter Verweis auf Schmidts Freundeskreis berichtet. Dem “Abendblatt”-Bericht zufolge ist Schmidts Tochter aus England nach Hamburg gekommen und hält sich im Elternhaus auf.

Der Altkanzler war Anfang September in Hamburg wegen eines Blutgerinnsels am Bein operiert worden. Nach gut zwei Wochen verliess er das Spital und kehrte in sein Haus in Hamburg-Langenhorn zurück, wo er rund um die Uhr betreut wird. “Die Entlassung erfolgte auf ausdrücklichen Wunsch des Patienten”, hatte die Hamburger Asklepios-Klinik St. Georg damals erklärt.

Die erhoffte Stabilisierung ist dem Zeitungsbericht zufolge nicht eingetreten. “In seinem hohen Alter ist jeder Eingriff ein grosses Problem”, zitierte das Blatt eine Kontaktperson aus der Klinik.

Nach seiner Entlassung aus der Klinik Mitte September hatte Schmidts Kardiologe Karl-Heinz Kuck die Hoffnung geäussert, dass der 96-Jährige zu Hause wieder zu Kräften kommt. Gegen eine Zigarette hatte Kuck damals nichts einzuwenden. “Schmidt raucht seit mehr als 80 Jahren. Er soll ruhig wieder zur Zigarette greifen. Hauptsache, er bewegt sich.”

In der Klinik hatte der sozialdemokratische Politiker und Mitherausgeber der Wochenzeitung “Die Zeit” nach Angaben der Ärzte nicht geraucht. Er habe aber ein Nikotinpflaster bekommen. Bei früheren Spitalaufenthalten soll der Altkanzler nach Informationen aus Klinikkreisen immer geraucht haben – ungeachtet eines Verbots.

Schmidt war von 1974 und bis 1982 als Nachfolger von Willy Brandt Bundeskanzler. In der aus Konservativen und Sozialdemokraten bestehenden Grossen Koalition war er zuvor von 1967 bis 1969 Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion und danach Verteidigungs- und Finanzminister.

Den Hamburgern ist Schmidt auch als tatkräftiger Innensenator während der Sturmflut von 1962 im Gedächtnis. Der Sohn eines Volksschullehrers kam am 23. Dezember 1918 im Hamburger Arbeiterviertel Barmbek zur Welt.

(SDA)


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