Spanische Behörden finden 737 Schweizer Sturmgewehre

Da staunten die spanischen Behörden nicht schlecht. In einem Schiffscontainer fanden sie hunderte von Kartonschachteln mit brisantem Inhalt: Insgesamt 737 Sturmgewehre, wie sie auch die Schweizer Armee verwendet. Dazu kommen 72 Granatwerfer. Die Waffen stammen aus der Schweiz. 

Die spanischen Grenzwächter waren wohl ziemlich überrascht, als sie in der Hafenstadt Algeciras bei Gibraltar einen Schiffscontainer kontrollierten. In insgesamt 809 Kartonschachteln lagen 737 Sturmgewehre der Schweizer Armee und 72 Granatwerfer. Laut Deklaration sollten «zerlegte Waffen» in den Schachteln liegen. Es waren aber neuwertige Waffen in Originalverpackung. Bei den Sturmgewehren handelt es sich laut Tagesanzeiger/Newsnet um eine neuere Version des StGw90 der Schweizer Armee, die Granatwerfer werden primär zum Verschiessen von Tränengas oder Gummischrot verwendet. Totalwert aller Waffen: 1,572 Millionen Franken.

Ziel war Ghana

Der Tagesanzeiger ist im Besitz der Exportdokumente. Die Sturmgewehre wurden von der San Swiss Arms AG in Neuhausen am Rheinfall hergestellt. Die Granatwerfer stammen aus den Produktionshallen der Brügger & Thomet AG in Thun. Die Gesamtlieferung sollte via einen Händler in Ungarn an die Regierung in Ghana gehen. Die Sendung war laut den Herstellern vom EDA und vom Seco genehmigt worden. Der westafrikanische Staat sicherte zu, die Waffen nicht weiter zu verkaufen und sie nur für militärische Zwecke zu verwenden.

Spur verliert sich

Der Export aus der Schweiz nach Ungarn sei korrekt und rechtens abgelaufen, sichert Waffenhersteller Karl Brügger zu. Der ungarische Händler stellte eine Gesamtlieferung für Ghana zusammen. Mit Waffen, Granatwerfern, Schutzwesten und anderem. Danach ging aber nichts mehr wie geplant. Zuerst war die Lieferung monatelang in Ungarn blockiert. Wie die Waffen schliesslich in Spanien landeten, weiss niemand.

(saz)


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