Starkes “Black Friday”-Geschäft für US-Detailhandel

Die Einkaufswagen am "Black Friday" waren zwar schon noch stärker gefüllt. Der Einkauf im Feiertagsgeschäft verteilt sich inzwischen aber auf mehr Tage - und auch online wird mehr geshoppt.
Die Einkaufswagen am "Black Friday" waren zwar schon noch stärker gefüllt. Der Einkauf im Feiertagsgeschäft verteilt sich inzwischen aber auf mehr Tage - und auch online wird mehr geshoppt. © KEYSTONE/AP Atlanta Journal Constitution/BOB ANDRES
Am “Black Friday” – dem Freitag nach dem Thanksgiving-Feiertag – haben US-Warenhäuser nach ersten vorläufigen Zahlen weniger verkauft als im Vorjahr. Dennoch ist der US-Detailhandel in diesem Jahr stark ins wichtige Feiertagsgeschäft eingestiegen.

Experten wiesen darauf hin, dass die Bedeutung dieses einzelnen Tages immer weiter abnimmt. Früher war der Tag für den amerikanischen Detailhandel sehr wichtig. Heute aber werden Sonderangebote vorgezogen und der Online-Handel spielt eine immer grössere Rolle. Hier wurden bereits am Donnerstag und Freitag zweistellige Zuwachsraten erzielt. Am Montag folgt jetzt der “Cyber Monday” mit neuen Rabattaktionen im Internet.

Thanksgiving findet am vierten Donnerstag im November statt. Der Feiertag mit Parallelen zum Erntedank ist eines der zentralen Familienfeste in den USA. Im Detailhandel markiert er den Beginn des Feiertagsgeschäfts vor Weihnachten und dem Lichterfest: Traditionell locken die Geschäfte am Freitag nach Thanksgiving mit Rabatten und schreiben danach “schwarze Zahlen”. In den Monaten November und Dezember erzielen viele US-Detailhändler zwischen 20 und 40 Prozent ihrer Jahreserlöse.

Das Forschungsunternehmen RetailNext gab in diesem Jahr für Thanksgiving und “Black Friday” zusammen einen Umsatzrückgang von 1,5 Prozent bekannt. Die Ausgaben pro Kunde seien um 1,4 Prozent gefallen, hiess es am Samstag weiter. Am Freitag seien 1,8 Prozent weniger Menschen in den Läden gezählt worden.

Auch ShopperTalk ging nach ersten Erhebungen von einem Minus aus. An Thanksgiving sei in den Läden des Einzelhandels ein Umsatz von 1,8 Milliarden Dollar und am “Black Friday” von 10,4 Milliarden Dollar erzielt worden.

Trotzdem zogen Experten beider Unternehmen eine positive Bilanz. Einige Geschäfte seien dazu übergegangen, schon am Donnerstagabend “Sales” anzubieten, um dann über Nacht geöffnet zu bleiben. RetailNext-Gründer Bill Martin wies zudem auf die immer grössere Bedeutung des Online-Handels hin. Hier wurden dem Adobe Digital Index zufolge am Donnerstag und Freitag Umsätze von 4,47 Milliarden Dollar erzielt, ein Anstieg von 18 Prozent zum Vorjahr. Die Internet-Verkäufe übertrafen damit auch die Experten-Erwartungen von 4,35 Milliarden Dollar.

Nun steht noch “Cyber Monday” an. Vor etwa einem Jahrzehnt begannen die Amerikaner am Montag nach dem langen Thanksgiving-Wochenende damit, die damals noch schnelleren Internet-Zugänge ihrer Arbeitgeber für Online-Einkäufe zu nutzen. Die Internet-Händler förderten dies durch Rabatt-Aktionen. In diesem Jahr wird in der gesamten Online-Branche am “Cyber Monday” erstmals ein Umsatz von mehr als drei Milliarden Dollar erwartet, das wäre ein Plus von zwölf Prozent.

(SDA)


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