Steingruber unter den Selfie-Jägern

Der Moment, als sie ihr grosses Ziel erreichten: Giulia Steingruber und ihr Trainer Zoltan Jordanov während des Sprung-Finals
Der Moment, als sie ihr grosses Ziel erreichten: Giulia Steingruber und ihr Trainer Zoltan Jordanov während des Sprung-Finals © KEYSTONE/PETER KLAUNZER
Trotz Enttäuschung am Boden überwiegt für Giulia Steingruber das Positive: die Bronzemedaille am Sprung. Vor einiger Prominenz erzählt sie im House of Switzerland von schlechtem Schlaf und Hühnerhaut.

Ihre Eltern Fabiola und Kurt waren da, Beni Thurnheer war da, die Schweizer Synchronschwimmerinnen, weitere Athleten, Funktionäre und Fans waren da: Sie alle empfingen am Dienstagabend Giulia Steingruber im House of Switzerland in Rio mit Treicheln und Applaus. Einige Fans applaudierten nicht zuletzt mit dem Hintergedanken, ein Selfie mit der fünften Schweizer Medaillengewinnerin dieser Spiele zu erhaschen.

Langsam breite sich nach den beiden Vorstellungen Müdigkeit aus, sagte die 22-jährige Gossauerin. Der berühmte lange Wettkampftag vom Dienstag war allerdings gar nicht so lang. Sie müsse gestehen, dass sie erst um 8.30 Uhr aufgestanden sei.

“Nach der Medaille habe ich nicht so gut geschlafen”, sagte sie, “dafür in der Nacht auf heute.” Geholfen hat der gute Schlaf wenig: Ihre Vorstellung im Bodenturnen missriet und vermieste ihr die angestrebte zweite Medaille.

Trotzdem gab sich Giulia Steingruber zufrieden: “Das Positive der Bronzemedaille überwiegt, ich freue mich extrem.” Weshalb sie den Boden verpatzt hat, ist ihr noch nicht klar. “Ich war geschockt, so etwas ist mir lange nicht mehr passiert. Wahrscheinlich war die Energie weg, und ich war sehr nervös.”

Besser war es ihr am Sonntag ergangen. Obwohl sie ihren dritten Rang noch gar nicht richtig fassen konnte, hat sie die Siegerehrung genossen: “Ich hatte richtig Hühnerhaut.” Ein unbeschreibliches Gefühl habe sie erfasst, sie finde keine Worte.

Nun muss sie Sieg und Niederlage erst verdauen. Noch bis Freitag bleibt die Ostschweizerin in Rio de Janeiro. Dann geht es ab nach Hause, wo zwei Wochen Ferien auf sie warten. Erst danach wird weitertrainiert.

(SDA)


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 1000 Zeichen