Flugpassagiere von und nach Deutschland brauchen am Mittwoch Geduld

Swiss-Flugzeuge von und nach München bleiben am Mittwoch am Boden. Grund dafür ist ein Warnstreik an insgesamt sechs deutschen Flughäfen. (Themenbild)
Swiss-Flugzeuge von und nach München bleiben am Mittwoch am Boden. Grund dafür ist ein Warnstreik an insgesamt sechs deutschen Flughäfen. (Themenbild) © KEYSTONE/NICK SOLAND
Zehntausende Flugpassagiere von und nach Deutschland brauchen am Mittwoch viel Geduld. Der angekündigte Warnstreik der deutschen Gewerkschaft Verdi tangiert auch den Luftverkehr an den Schweizer Flughäfen Zürich, Genf, Basel und Bern. Dutzende Flüge fallen aus.

Die Arbeitsniederlegung an sechs deutschen Flughäfen wird vor allem am Flughafen Zürich zu spüren sein. Insgesamt 22 Verbindungen werden annulliert, wie Sprecherin Sonja Zöchling am Dienstag der Nachrichtenagentur sda sagte. Alle 16 geplanten Flüge von und nach München fallen aus – ebenso vier Flüge von und nach Köln/Bonn sowie deren zwei von und nach Frankfurt.

Auch alle Verbindungen zwischen den Flughäfen Genf und München würden gestrichen, teilte die Swiss mit. Dem Streik zum Opfer fallen im Weiteren insgesamt vier Lufthansa-Flüge von Genf nach Frankfurt und zurück.

Ab dem EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg sind alle zehn Flüge von und nach München und alle sechs Flüge von und nach Frankfurt annulliert, wie die Flughafendirektion auf Anfrage bekanntgab. Die beiden geplanten Abflüge sowie Ankünfte vom Flughafen Bern-Belp von und nach München finden ebenfalls nicht statt, wie dem Flugplan der Airline Skywork zu entnehmen ist.

Zöchling rät Reisenden von und nach Deutschland, regelmässig den aktuellen Flugplan zu konsultieren und im Zweifelsfall die Airline zu kontaktieren. Wer einen der betroffenen Flüge gebucht hat, kann das Ticket laut Swiss einmal kostenlos umbuchen. Falls ein Passagier nicht umbuchen möchte, könne er den Flug annullieren und rückerstatten lassen. Es gälten die Tarifbedingungen des gebuchten Flugtickets.

Grund für das Chaos ist ein Warnstreik der deutschen Gewerkschaft an den Flughäfen Frankfurt, München, Düsseldorf, Köln/Bonn, Dortmund und Hannover. Bei der Lufthansa fallen fast 900 Flüge aus. Davon seien insgesamt 87’000 Passagiere betroffen, erklärte die Airline.

Von den ursprünglich geplanten rund 1500 Flügen könnten damit 40 Prozent an den Start gehen. So wurden alle Interkontinentalflüge von und nach München gestrichen. Seit Montagabend gebe es einen Sonderflugplan.

In Frankfurt werden 350 vor allem innerdeutsche und europäische Flüge gestrichen, während die Interkontinentalverbindungen weitgehend aufrechterhalten werden. Nach dem Ende des Streiks in Frankfurt sollen ab 15 Uhr die Lufthansa-Flüge wieder normal verkehren.

Mit dem Streik will die Gewerkschaft Verdi den Druck im Tarifstreit erhöhen. Sie verlangt sechs Prozent mehr Geld. Bestreikt werden sollen am Mittwoch etwa Werkstätten, Luftsicherheitskontrollen sowie Bodenverkehrsdienste wie Vorfeld, Fracht, Gepäck und Verwaltung.

Noch einschneidender sind Arbeitsniederlegungen bei den Flughafenfeuerwehren, die für Frankfurt, München und Köln/Bonn angekündigt sind. Ohne Feuerwehr ist ein Flugbetrieb aus Sicherheitsgründen nicht möglich.

Der deutsche Flughafenverband ADV kritisierte die Warnstreiks als “völlig unangemessen”. Verdi-Chef Frank Bsirske verteidigte die Massnahmen. “Wir haben die Aktionen bereits am Freitag angekündigt, um betroffenen Passagieren entgegenzukommen”, sagte Bsirske. “Die Arbeitgeber sollten ihre Haltung und ihr Angebot überprüfen, damit in der dritten Verhandlungsrunde am Donnerstag und Freitag eine Lösung gefunden werden kann.”

Im November hatten die Flugbegleiter der Lufthansa den bislang heftigsten und mit sieben Tagen längsten Streik in der Geschichte des sechzig Jahre alten Unternehmens organisiert. Die Kosten allein dafür schätzte Lufthansa auf rund 140 Millionen Euro, die sich zu den bereits aufgelaufenen 130 Millionen Euro aus drei Streikrunden der Piloten addierten.

Deren Tarifkonflikt ist nach wie vor ungelöst, während für die Flugbegleiter der Schlichter Matthias Platzeck bis zum Sommer ohne Streikdruck nach einer Lösung sucht.

(SDA)


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 1000 Zeichen