Streiks legen Flugverkehr in Deutschland lahm

Keine Warteschlangen an den Check-in-Schaltern der Lufthansa am Flughafen Frankfurt.
Keine Warteschlangen an den Check-in-Schaltern der Lufthansa am Flughafen Frankfurt. © Keystone/AP/MICHAEL PROBST
Ein Warnstreik an sechs grossen deutschen Flughäfen hat den Flugverkehr in Deutschland am Mittwoch durcheinander gewirbelt. Hunderte Flüge wurden vor allem in München und Frankfurt gestrichen. Die Auswirkungen des Streiks waren auch in der Schweiz zu spüren.

Am Flughafen Zürich wurden 22 Verbindungen von und nach Deutschland annulliert. Die Fluggesellschaft Swiss strich als Folge der Streiks sämtliche 16 Flüge auf den Strecken Zürich-München-Zürich und Genf-München-Genf. Von den Folgen der Streiks waren rund 800 Swiss-Passagiere direkt betroffen, wie die Airline auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda bekannt gab.

Swiss-Flüge zu oder von anderen deutschen Flughäfen wie Frankfurt, Düsseldorf und Hannover hätten planmässig durchgeführt werden. Kurzfristige Anpassungen seien jedoch auch hier weiterhin möglich, hiess es.

Ab dem EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg wurden alle zehn Flüge von und nach München und alle sechs Flüge von und nach Frankfurt annulliert. Die beiden geplanten Abflüge sowie Ankünfte vom Flughafen Bern-Belp von und nach München wurden ebenfalls gestrichen, wie dem Flugplan der Airline Skywork zu entnehmen ist. Die Skywork-Flüge nach Berlin und Hamburg finden dagegen statt.

Am grössten deutschen Flughafen in Frankfurt am Main wurden rund 390 von normalerweise geplanten 1330 Flügen annulliert, wie ein Sprecher sagte. Am Münchner Flughafen fielen nach Angaben eines Sprechers zwei Drittel der Flüge aus, 740 von rund 1100. In Düsseldorf wurden rund 50 Flüge annulliert, in Köln-Bonn etwa hundert.

Die Lufthansa hatte bereits im Vorfeld der Streiks fast 900 Flüge mit 87’000 Passagieren gestrichen. In München fallen demnach knapp 550 Flüge aus, in Frankfurt 350. Air Berlin strich knapp 90 Flüge.

Beschäftigte der Bodenverkehrsdienste sowie ein kleiner Teil der Sicherheitskräfte und der Mitarbeiter in der Verwaltung hatten bereits am frühem Morgen die Arbeit niedergelegt. Betroffen war sechs Flughäfen. Mit dem Streik will die Gewerkschaft Verdi in den laufenden Tarifverhandlungen für die rund 2,1 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes den Druck erhöhen.

Ziel der Warnstreiks sei es, eine Einigung am Verhandlungstisch zu ermöglichen, sagte Verdi-Chef Frank Bsirske im Deutschlandfunk. Er hoffe, dass die Tarifparteien bei den nächsten Verhandlungen am Donnerstag und Freitag zu einem Ergebnis kommen werden. Andernfalls drohe eine Eskalation.

(SDA)


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