Der Täter holte seine Waffe zu Hause

Norbet Schwendinger, Chefinspektor Landeskriminalamt Voralberg. informierte heute die Öffentichlichkeit über den Amoklauf in Nenzing.
Norbet Schwendinger, Chefinspektor Landeskriminalamt Voralberg. informierte heute die Öffentichlichkeit über den Amoklauf in Nenzing. © TVO
Heute hat die Polizei über den Amoklauf am Rockkonzert in Nenzing informiert. Demnach ist der Täter Gregor S. nach Hause gefahren, um die Tatwaffe, ein Kalaschnikow-Nachbau, zu holen. Bei der Hausdurchsuchung fand die Polizei eine Werfergranate, Kriegsmunition, eine Gaspistole und Nazi-Literatur.

Der Schock sitzt tief in Österreich: In der Nacht auf Sonntag hat Gregor S. bei einem Rockkonzert im vorarlbergischen Nenzing wild um sich geschossen. Er tötete zwei Menschen, elf wurden verletzt, unter ihnen eine 49-jährige Schweizerin. Danach richtete er sich selbst. Einen Tag nach der Bluttat hat die Polizei über Hintergründe und Details der Tat informiert.

Gregor S. hatte sich demnach mit seiner Freundin gestritten. Nach dem Streit ging er zu seinem Arbeitsort, nahm dort das Dienstfahrzeug und fuhr nach Hause, wo er die Tatwaffe holte. Danach kehrte er zurück auf das Konzertgelände. Gemeinsam mit der Freundin ging er auf den Parkplatz. Es kam erneut zum Streit, da nahm der Täter die Waffe aus seinem Auto und schoss wahllos auf die rund 150 Besucher. Zwischen den beiden wörtlichen Auseinandersetzungen lagen etwa zwei Stunden.

Verbotene Kriegswaffe

Zur Tatwaffe sagte die Polizei, dass es sich um den Nachbau einer Kalaschnikow handelt. Es ist eine Kriegswaffe der Marke Zastava M92, die in Österreich verboten ist.

Mit der verbotenen Kriegswaffe der Marke Zastava M92 schoss der Vorarlberger wahllos in die Menge.

Mit der verbotenen Kriegswaffe der Marke Zastava M92 schoss der Vorarlberger wahllos in die Menge. ©Polizei Vorarlberg

Auch zum Täter gab die Polizei einige Informationen. Gregor S. wohnte mit seiner Lebensgefährtin und dem gemeinsamen Kleinkind zusammen. Das Paar war seit drei Jahren liiert. Beim 27-jährigen Mann handelt es sich um einen Walgauer Installateur, der – wie bereits bekannt war – in der Vergangenheit Verbindungen zur rechtsextremen Szene hatte. Ob der Täter alkoholisiert war, kann die Polizei noch nicht bestätigen. Sie wartet die toxikologische Untersuchung ab.

Abgeschlossene Blechkiste

Bei einer Hausdurchsuchung hat die Polizei eine abgeschlossene Blechkiste sichergestellt. Darin befand sich eine abgeschossene Werfergranate, Kriegsmunition, eine Gaspistole sowie verschiedene Bücher aus dem rechtsextremen Genre.

Der mutmassliche Täter ist bereits 2005 wegen Gewalt aufgefallen. Damals überfiel er mit anderen Neonazis aus dem Umfeld der Vorarlberger “Blood and Honour”-Szene ein Punkkonzert in Bludenz. Die Täter sind damals mit Baseballschlägern, Pfeffersprays und Gaspistolen bewaffnet gewesen. Nach einigen Attacken nahm die Polizei sie fest und zeigte sie wegen Körperverletzung an. Gegen den Tatverdächtigen wurde auch ein Waffenverbot verhängt.

 

(red)


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