Ted Cruz entlässt seinen Sprecher wegen Videos über Marco Rubio

Zweifle nicht am Glauben deines Nächsten: Wahlkampf hat unter den Republikanern offenbar Grenzen - dies bekam nun der Sprecher von Präsidentschaftskandidat Cruz zu spüren.
Zweifle nicht am Glauben deines Nächsten: Wahlkampf hat unter den Republikanern offenbar Grenzen - dies bekam nun der Sprecher von Präsidentschaftskandidat Cruz zu spüren. © KEYSTONE/AP/MARCIO JOSE SANCHEZ
Der US-Präsidentschaftsbewerber Ted Cruz hat seinen Wahlkampfsprecher entlassen: Er hatte den christlichen Glauben von Konkurrent Marco Rubio in Zweifel gezogen.

Er habe seinen Sprecher Rick Tyler wegen dessen “schweren Beurteilungsfehlers” um die Kündigung gebeten, erklärte der erzkonservative Senator aus Texas am Montag.

Tyler hatte auf seiner Facebook-Seite einen Artikel aus einer Studentenzeitung geteilt, in dem behauptet wurde, Rubio habe sich abfällig über die Bibel geäussert. Der Senator aus Florida soll demnach zu einem Mitarbeiter von Cruz gesagt haben, in der Bibel stünden “nicht viele Antworten”. Tyler veröffentlichte dazu auch ein Video. Der Ton war allerdings schlecht zu verstehen.

Tyler löschte den Beitrag später und entschuldigte sich bei Rubio für die “falsche” Geschichte. Cruz entliess ihn trotzdem. Selbst wenn die Geschichte über Rubio wahr gewesen wäre, “stellt unser Wahlkampf-Team nicht den Glauben eines anderen Kandidaten in Frage”, versicherte er.

Cruz, ein Liebling der erzkonservativen Tea Party, ist von seinen Konkurrenten schon häufig bezichtigt worden, im Wahlkampf mit “schmutzigen Tricks” zu arbeiten.

Auch ein sexistischer Spruch des republikanischen Bewerbers John Kasich sorgte für Irritationen. Ohios Gouverneur sagte am Montag bei einem Auftritt in Virginia, in seinem ersten Wahlkampf 1978 hätten etliche Frauen für ihn “ihre Küchen verlassen”.

Er habe damals nicht viel Unterstützung gehabt, “nur eine Armee von Leuten, viele Frauen, die ihre Küchen verliessen, um von Tür zu Tür gehen und Werbetafeln für mich aufzustellen”, sagte Kasich. Eine Zuhörerin witzelte später: “Ich werde kommen und Sie unterstützen, aber ich werde nicht aus der Küche kommen.”

Auch die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton nutzte die Steilvorlage: “Wir haben 2016. Der Platz einer Frau ist… wo immer sie das wünscht”, schrieb die ehemalige First Lady im Kurznachrichtendienst Twitter.

Cruz und Rubio liefern sich vor der nächsten Vorwahl der Republikaner im Bundesstaat Nevada am Dienstag einen erbitterten Kampf um Platz zwei. In Umfragen führt deutlich der Geschäftsmann Donald Trump, der bereits die Vorwahlen in New Hampshire und in South Carolina gewinnen konnte. Kasich reichte es in South Carolina für Platz fünf.

Der mit radikalen Thesen angetretene Trump ist ebenso wie Cruz bei der Parteiführung unbeliebt. Ihre Tiraden gegen die Eliten in Washington treffen an der Basis aber einen Nerv.

Rubio hofft seinerseits nach dem Ausstieg von Floridas Ex-Gouverneur Jeb Bush, die Stimmen aus dem bislang zersplitterten gemässigt-konservativen Lager auf sich zu vereinen. Bei den Demokraten findet die nächste Vorwahl am Samstag in South Carolina statt.

(SDA)


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