Thurgauer Gemeinden gehen die Ärzte aus

Viele Thurgauer Gemeinden haben bereits heute keinen Arzt mehr
Viele Thurgauer Gemeinden haben bereits heute keinen Arzt mehr © Joerg Koch/dapd (Symbolbild)
In 40 Prozent der Thurgauer Gemeinden gibt es heute keinen Hausarzt mehr. Dies zeigt eine Umfrage in allen 80 Gemeinden des Kantons. Wegen des zunehmenden Ärztemangels droht in den nächsten Jahren eine Verschlechterung der medizinischen Versorgung.

Die Umfrage ist Teil des Projektes «Sicherstellung der hausärztlichen Grundversorgung in den Gemeinden», das der Verband Thurgauer Gemeinden angestossen hat. Wie die «Thurgauer Zeitung» schreibt, wurden die Gemeinden im schriftlichen Fragebogen unter anderem gefragt, wie sie die ärztliche Situation aktuell beurteilen. Rund drei Viertel der Gemeinden erachten die Situation heute als «ausreichend bis gut». Werden die Gemeinde jedoch nach ihren Einschätzungen für die Zukunft gefragt, zeigt sich ein anderes Bild: Ein Viertel der 80 Gemeinden sagt, dass in zehn Jahren die ärztliche Situation nicht mehr ausreichend sei.

Das Thema Ärztemangel beschäftigt die Gemeinden schon heute, wie die Umfrage zeigt. Denn über die Hälfte der Gemeinden hat sich bereits damit auseinandergesetzt. Nur vier Prozent der Gemeinde geben an, dass dies nicht Aufgabe der Gemeinde sei. Gesetzlich gehört es nicht zum Aufgabenkatalog einer Gemeinde, die medzinische Versorgung sicherzustellen. «Doch für viele Gemeinden gehört ein Arzt im Dorf genauso zur Lebensqualität wie ein Laden», sagt Projektleiter Christoph Tobler bei der Präsentation der Umfrage in Weinfelden. Mit der Präsentation der Ergebnisse ist das Projekt jedoch nicht beendet. In einem nächsten Schritt sollen nun Beispiele gesucht werden, die in den Gemeinden funktionieren. Eine Möglichkeit sei etwa, eine Gruppenpraxis finanziell anzuschieben.

(red.)


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