Thurgauer lösen Bündner in Bondo ab

Das Aufräumen ist eine heikle Angelegenheit.
Das Aufräumen ist eine heikle Angelegenheit. © KEYSTONE/Gian Ehrenzeller
Der Felssturz in Bondo im August lässt die Gemeinde noch immer nicht in Ruhe. Die Bündner Zivilschützer sind am Ende ihrer Kräfte. Der Kanton Graubünden hat deshalb den Kanton Thurgau um Hilfe gebeten. 270 Thurgauer Zivilschützer werden die Bündern ablösen.

Der Felssturz in Bondo am 23. August 2017 war ein Tag, der die Bündner Gemeinde Bondo für immer verändert hat. Nach einem Felssturz wurde das Dorf von Murgängen verschüttet. Und damit nicht genug. Es gab weitere Murgänge und Felsstürze und die Einwohner konnten über zwei Monate nicht in ihre Häuser. Mittlerweile durften die meisten wieder in ihre Häuser zurück.

Zeichen der Solidarität

Seit kurz nach dem Unglück war der Zivilschutz des Kantons Graubünden im Einsatz. Ende Oktober musste er jedoch abgelöst werden. «Das Durchhaltevermögen lässt irgendwann nach», sagt Hans Peter Schmid, Chef des Amts für Bevölkerungsschutz und Armee im Kanton Thurgau. Deshalb haben die Bündner die Thurgauer um Hilfe gebeten. «Ausserdem können die Zivilschützer nicht ewig im Einsatz bleiben. Sie fehlen im Gewerbe.» Da der Kanton Thurgau mit den Bündnern seit 2003 eine Vereinbarung hat, war ein Hilfeeinsatz unbestritten. «Es ist eine besondere Lage, dass wir im Bergell aushelfen. Es ist aber ein Zeichen der Solidarität unter dem Zivilschutz der Kantone.»

Lage soll bis Wintereinbruch stabilisiert sein

Während rund sechs Wochen stehen rund 270 Zivilschützer des Kanton Thurgaus im Einsatz. Immer 25 Mann gleichzeitig. Diese werden alle neun Stunden abgelöst. Unter den Arbeiten ist laut Staatskanzlei «die Sicherstellung der Führungsunterstützung und Logistik, Sicherstellung der Alarmierung auf dem Schadenplatz, Betreuung und Begleitung von betroffenen Einwohnern im Schadengebiet sowie die Räumung verschütteter Gebäude.» Im Winter werde der Einsatz laut Schmid unterbrochen. «Wir hoffen, dass sich die Lage bis zum Wintereinbruch stabilisiert», sagt Hans Peter Schmid. Durch das Eis würden weitere Murgänge und Felsstürze unwahrscheinlich. «Ich nehme an, dass die Bündner im Frühling mit der Instandsetzung weiter machen werden.»

(red.)


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