Thurgauer Luxus-Strasse BTS

Im Bild: Die T14 zwischen Erlen und Sulgen.
Im Bild: Die T14 zwischen Erlen und Sulgen. © Tagblatt / Reto Martin
Die gesamte Bodensee-Thurtal-Strasse (BTS) wird fast doppelt so teuer wie ursprünglich angenommen. Sie soll 1,55 Milliarden Franken kosten. Das hat die zuständige Thurgauer Regierungsrätin Carmen Haag am Donnerstag bei der Vorstellung der Pläne für die erste BTS-Etappe bekanntgegeben.

Am 23. September 2012 stimmten die Thurgauer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger der Erweiterung des kantonalen Strassennetzes um die BTS von Bonau bis Arbon und die OLS (Oberlandstrasse) von Oberaach (Amriswil West) bis Bätershausen (Kreuzlingen) zu. Die BTS als künftige Nationalstrasse N23 soll vom Bund finanziert werden, die OLS als Hauptstrasse liegt in der Verantwortung des Kantons.

Überraschende Zahlen

Am Donnerstag legte das Thurgauer Departement für Bau und Umwelt (DBU) das generelle Projekt für die erste Etappe der BTS von Arbon West bis Amriswil West/Oberaach vor. Es wird mit Kosten von 800 Millionen statt der geplanten 310 Millionen Franken gerechnet. Bei den Mehrkosten falle neben den Nationalstrassen-Standards der sehr anspruchsvolle und komplexe Baugrund in der Region Amriswil Nord bis Oberaach, welcher eine aufwendige Konstruktion notwendig macht, am stärksten ins Gewicht. “Ohne die neue Linienführung wäre das Teilstück noch weitere 115 Millionen teurer geworden”, sagt Regierungsrätin Carmen Haag.

ASTRA hat mit “neuem Preisschild” gerechnet

Eine Hochrechnung für die gesamte Strecke habe ergeben, dass die gesamten BTS Investitionen von rund 1,55 Milliarden Franken auslösen dürften. In der Vorstudie war noch von 800 Millionen Franken die Rede gewesen. Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) hat die neuen Zahlen zur Kenntnis genommen. “Das neue Preisschild der BTS liegt im Bereich unserer Erfahrungswerte für zweispurige Nationalstrassen”, wird ASTRA-Direktor Jürg Röthlisberger zitiert.

OTS soll nicht teurer werden

Bis Mitte 2018 muss zudem das Vorprojekt für die OLS samt Finanzierungskonzept vorgelegt werden. Im Gegensatz zur BTS rechnet Carmen Haag nicht mit massiv höheren Kosten: “Bei einer Kantonsstrasse müssen nicht die gleichen Standards und Vorgaben erfüllt werden.” Die OLS muss vom Kanton Thurgau finanziert werden. Die Kosten werden auf 220 Millionen Franken geschätzt.

(sda/red)


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