Thurgauer Schnapskontrolleur hört auf

Seit den 90er-Jahren hat Andreas Guhl den Thurgauer Schnaps kontrolliert, jetzt musste er seinen Prüfkoffer abgeben – der Bund hat seine Stelle gestrichen. Der Landwirt ist wehmütig. 

Im Auftrag der eidgenössischen Alkoholverwaltung hat Andreas Guhl in den 90er-Jahren damit begonnen, die Spirituosen in den Thurgauer Brennereien und Gasthäusern auf ihre Inhaltsstoffe zu prüfen. Auch beim Schnaps gilt: Was auf der Etikette steht, muss drin sein. Per Ende 2017 wird die Alkoholverwaltung des Bundes aufgelöst, Guhls Aufgabe erledigt in Zukunft die Zollverwaltung.

Am Freitag musste Andreas Guhl seinen Prüfkoffer abgeben. Auch wenn die Schnapskontrollen nur ein Nebenjob waren – der Brennereiaufsichtsleiter hat einen Bauernhof – schwingt zum Abschied Wehmut mit. «Über all die Jahre habe ich viel Erfahrung gesammelt. Die Erinnerungen bleiben», sagt er gegenüber TVO.

Wegen seiner Kontrollen habe nie eine Brennerei geschlossen werden müssen. «Es waren eher administrative Mängel, die nachträglich erledigt werden mussten.» Die Freude am Schnaps bleibt Guhl nach all den Jahren erhalten. «Es kommt immer auf die Menge an. Ein feines Gläsli darf sein.»

(TVO/red.)


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