Tierrechtler beschuldigen Zirkus Royal

Eine Tierrechtsgruppe erhebt schwere Vorwürfe gegen den Zirkus Royal. Für die neue Löwen-Nummer sei den Tieren Drogen verabreicht worden. Zudem sollen Zirkusmitarbeiter die Aktivisten bedroht und bedrängt haben.

“Der  Zirkusdirektor Oliver Skreinig beschimpfte eine Aktivistin als Prostituierte und drohte einem Aktivisten mit Prügel.” Das steht in einer kürzlich veröffentlichten Medienmitteilung einer Tierrechtsgruppe. Sie beschuldigen den Zirkus “legale Tierquälerei” zu betreiben und verteilten vor jeder Vorführung Flugblätter, um auf die Haltung der Tiere aufmerksam zu machen.

Benjamin Frei, Co-Vizepräsident der Schweizer Liga gegen Vivisektion, wurde vermehrt harsch von Angestellten des Zirkusses aufgefordert, seine Protestaktion sein zu lassen: “Wir wurden beschimpft, bedroht und sogar von der Polizei weggewiesen – das lassen wir uns nicht gefallen, die Leute müssen die Wahrheit sehen”, sagte der Umweltingenieur aus Basel zu FM1Today.

Drogen für die Löwen

In der Medienmitteilung der Tierrechtsorganisation wird nicht nur das Handeln der Zirkusmitarbeiter kritisiert, sondern auch die Haltungsbedingungen der Löwen: “Von wissenschaftlichen Auswertungen aus Deutschland wissen wir, dass Tieren in Zoos ständig Antidepressiva und andere Drogen verabreicht werden. Dies wird auch im Circus Royal so sein”, steht in der Medienmitteilung. Der Zirkus würde sich weigern Einsicht in die Bücher zu gewährleisten, um die Beweise an die Öffentlichkeit zu bringen, hiess es weiter.

Zirkusdirektor wehr sich gegen “Lügner”

Der Zirkusdirektor vom Royal, Oliver Skreinig, will von den Anschuldigungen der Tierrechtler nichts wissen: “Das sind alles Lügen!” Er schaltete in den letzten Tagen des öfteren die Polizei ein, weil es ihm zu bunt wurde: “Sie bekamen eine Bewilligung, die Flyer zu verteilen, jedoch nicht in unmittelbarer Nähe zum Zirkus.”

Die Löwen seien alle gesund und würden in regelmässigen Abständen getestet: “Die Tiere werden vom Thurgauer Veterinäramt kontrolliert, sicher eines der strengsten überhaupt”, so Skreinig.

Er sei nicht daran interessiert, den Tieren zu schaden. Er zeige den Leuten in der Manege die Tiere in ihrer prächtigsten Form: “Ich habe einen Bildungsauftrag.” Vor der Löwen-Nummer erklärt er den Zuschauern die genaue Herkunft der Tiere und dass sie alle in Gefangenschaft zur Welt gekommen sind.

Weitere Aktionen geplant

Die Tierrechtsaktivisten um Benjamin Frei wollen nicht aufgeben und planen weitere Aktionen gegen den Zirkus: “Wir geben erst nach, wenn der Zirkus damit aufhört, Tiere zur Schau zu stellen und damit zu quälen”, sagt Frei.

Beweise für die Anschuldigungen wegen Beschimpfungen und Drohungen konnten die Aktivisten keine vorlegen, ebenso wenig für die illegale Verabreichung der Medikamente.

(rar)


Newsletter abonnieren
19Kommentare
noch 1000 Zeichen

HTML-Version von diesem Artikel