Tierschützer jagt “Briefkasten-Kacker”

Dem Thurgauer Tierschützer Erwin Kessler wurden kürzlich Fäkalien in den Briefkasten gelegt. Jetzt hat er ein Kopfgeld auf den Täter ausgesetzt.

“Jemand hat in unser letztes Heft geschissen und es mir in den Briefkasten gelegt”, enerviert sich der Thurgauer Tierschutz-Aktivist Erwin Kessler. Vor einigen Tagen machte er in seinem Briefkasten den grausigen Fund. “Der Täter kam am Samstagmorgen und ging entschlossen vor. Er legte ohne zu zögern das Heft in meinen Briefkasten und dachte, er sei unerkannt”, sagt er.

Videoanlage als Schutzmassnahme

Doch erwischte Kessler ihn – mit der Überwachungskamera vor seiner Haustüre. “Da ich immer wieder angegriffen werde, habe ich eine Videoanlage installiert.” Prompt liess sich der Täter filmen. Kessler hat das Video vor ein paar Tagen auf Facebook gestellt. Dort wird es fleissig geteilt.

Der Thurgauer geht bei seiner Jagd auf den “Briefkasten-Kacker” aber noch einen Schritt weiter: Er hat ein Kopfgeld von 500 Franken auf den Täter ausgesetzt und ihn bei der Polizei angezeigt. “Solche Leute haben bestimmt etwas mit Tierquälerei zu tun und verdienen keine Gnade”, sagt er.

Kessler hofft, dass seine Massnahmen Erfolg haben werden. “Weil das Delikt nicht schwer genug ist für eine öffentliche polizeiliche Fahnung, suchen wir den Täter selber.”

Artikel gegen Viehändler

Erwin Kessler gehört zum  VGT, dem “Verein gegen Tierfabriken”. Dieser hat in der beschmierten Ausgabe einen Artikel über Tierquälerei an Viehschauen veröffentlicht. Darum glaubt Kessler, das Umfeld des Täters zu kennen: “Das war bestimmt ein Viehhändler oder ein Viehbauer, der einen dreckigen Hof hat. Bei dem ist bestimmt eine Sicherung durchgebrannt.” Bisher sind noch keine Hinweise zum Täter eingegangen.

Polizei hat Beweise sichergestellt

Bei der Thurgauer Kantonspolizei bestätigt man auf Anfrage den Eingang der Anzeige: “Wir haben von Erwin Kessler eine Anzeige gegen Unbekannt wegen Sachbeschädigung erhalten”, sagt Matthias Graf, Mediensprecher der Thurgauer Kantonspolizei.

Die Hintergründe der Tat werden nun ermittelt und nach dem Täter wird gesucht. Der Überwachungsfilm wird ebenso ausgewertet, doch rät die Polizei von einer Veröffentlichung grundsätzlich ab: “Solche Fahndungen sind Sache der Polizei. Zudem gilt die Unschuldsvermutung”, so Graf. Über die genauen Ermittlungsmassnahmen entscheide dann die Staatsanwaltschaft.

TVO berichtet heute Abend ab 18 Uhr über den Fall…

 

(rar)


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