Toshiba streicht nach Bilanzskandal 6800 Stellen

Toshiba-Konzernchef Hisao Tanaka entschuldigte sich am 15. Mai öffentlich, nachdem bekannt geworden war, dass der Konzern über Jahre seine Bilanzen geschönt hatte. Unterdessen ist Tanaka zurückgetreten. (Archiv).
Toshiba-Konzernchef Hisao Tanaka entschuldigte sich am 15. Mai öffentlich, nachdem bekannt geworden war, dass der Konzern über Jahre seine Bilanzen geschönt hatte. Unterdessen ist Tanaka zurückgetreten. (Archiv). © KEYSTONE/EPA/KIMIMASA MAYAMA
Der japanische Technologieriese Toshiba muss nach seinem Bilanzskandal einen Rekordverlust verbuchen und streicht 6800 Stellen. Zudem kündigt der Konzern eine tiefgreifende Umstrukturierung in den Sparten Fernsehen, Computer und Haushaltsgeräte an.

Toshiba erwägt gemäss Angaben vom Montag, seine PC-Sparte mit der anderer Konzerne zusammenzulegen. Die japanische Presse nannte Fujitsu und Sonys Tochterfirma Vaio als mögliche Partner.

In der TV-Sparte will sich Toshiba auf teure Geräte für den Heimatmarkt konzentrieren, ins Ausland sollen gar keine Geräte mehr verkauft werden. Ein Werk in Indonesien soll verkauft werden. Auch für seine Haushaltsgeräte-Sparte erwägt der Konzern eine Zusammenlegung mit Konkurrenten. Berichten der japanischen Presse zufolge ist Sharp ein wahrscheinlicher Partner.

Wie Toshiba weiter mitteilte, wird im laufenden Geschäftsjahr bis Ende März ein Verlust von 550 Milliarden Yen, umgerechnet gut 4,5 Milliarden Franken erwartet. Die 6800 Stellen sollen ebenfalls bis Ende März gestrichen werden. Dazu kommt ein Aufruf zur freiwilligen Kündigung in der Halbleitersparte, womit Toshiba 1200 Stellen einsparen will. Zudem übernimmt Sony 1100 Beschäftigte.

Im Juli war bekannt geworden, dass Toshiba seine Bilanzen in den sechs Geschäftsjahren von 2008 bis 2014 um umgerechnet 1,22 Milliarden Franken geschönt hatte. Der Konzernchef Hisao Tanaka und mehrere Verantwortliche mussten deshalb ihren Hut nehmen.

50 Aktionäre reichten zudem kürzlich gegen drei frühere Präsidenten und zwei Finanzchefs Schadenersatzklage ein. Die Kläger hatten bluten müssen, als der Aktienkurs in Folge des Skandals einbrach. Zugleich empfahl die Wertpapieraufsichtskommission der Finanzaufsichtsbehörde FSA, eine Rekordstrafe gegen Toshiba von umgerechnet 60 Millionen Franken zu verhängen.

(SDA)


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