Touristen meiden Israel das zweite Jahr in Folge

Israelische Soldaten patrouillieren entlang der Küste des Toten Meeres, während Touristinnen am Strand liegen. (Archivbild)
Israelische Soldaten patrouillieren entlang der Küste des Toten Meeres, während Touristinnen am Strand liegen. (Archivbild) © KEYSTONE/EPA/ATEF SAFADI
Wegen der unsicheren Lage ist die Zahl ausländischer Gäste in Israel 2015 das zweite Jahr in Folge zurückgegangen. Letztes Jahr kamen 3,6 Prozent weniger Besucher ins Land als im Vorjahr, das aufgrund des Gazakriegs bereits einen deutlichen Einbruch verzeichnet hatte.

Im Vergleich zu 2013, dem letzten Jahr ohne besondere Gewaltausbrüche, sank die Zahl der ausländischen Touristen und Geschäftsreisenden sogar um 11,5 Prozent. Dies geht aus den am Montag vom Tourismusministerium veröffentlichten Statistiken hervor.

Der Generaldirektor des Tourismusministeriums, Amir Halevi, erklärte bei der Vorstellung der Zahlen, Israel habe “angesichts der neuen geopolitischen Realitäten, mit denen die gesamte Welt konfrontiert ist, noch Widerstandsfähigkeit bewiesen”. Mit einer Senkung der Aufenthaltskosten und vermehrten Flugangeboten wolle die Regierung 2016 dem Trend entgegenwirken.

Besonders stark sank der Zustrom von Feriengästen aus Russland. Für diese Entwicklung wird auch die Wirtschaftskrise in Russland mitverantwortlich gemacht. Zugleich verbringen immer mehr Israelis ihre Ferien im Ausland. Dies liegt auch an der Liberalisierung des Flugverkehrs. 2014 war Israel dem sogenannten Open-Skies-Abkommen mit der EU beigetreten. Dadurch wurden die Auslandsflüge für Israelis billiger.

Unter beiden Entwicklungen leidet die Hotelbranche in Israel. Die Zahl der Übernachtungen ging nach ersten Schätzungen um rund zehn Prozent zurück, wie der Hotelverband Israels erklärte. Dazu trägt auch bei, dass Touristen und Einheimische wegen der relativ hohen Zimmerpreise nach kostengünstigeren Alternativen suchen. Schon seit 2008 gebe es einen wachsenden Trend, in Jugendherbergen, christlichen Hospizen und privaten Ferienwohnungen zu übernachten, erklärte das Tourismusministerium.

(SDA)


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