Angriff auf Oppositionspartei nach Wiederwahl von Gabuns Präsident

Gabuns alter und neuer Präsident Ali Bongo Ondimba bei einem Besuch in Den Haag, 2014. (Archivbild)
Gabuns alter und neuer Präsident Ali Bongo Ondimba bei einem Besuch in Den Haag, 2014. (Archivbild) © KEYSTONE/AP POOL/BART MAAT
Nach der Wiederwahl des Präsidenten von Gabun, Ali Bongo Ondimba, ist es in der Hauptstadt Libreville zu Unruhen gekommen. Laut dem unterlegenen Präsidentschaftskandidat Jean Ping griffen Sicherheitskräfte der Regierung das Hauptquartier der Oppositionspartei an.

Die republikanische Garde habe das Hauptquartier seiner Partei in der Nacht auf Donnerstag mit Helikoptern und vom Boden aus angegriffen, sagte Jean Ping in einem Telefongespräch mit der Nachrichtenagentur AFP. Es seien 19 Menschen verletzt worden, einige unter ihnen schwer. Er selbst befinde sich nicht im Gebäude.

Die Truppen hätten das Gebäude umzingelt und drängten auf Einlass, sagte Zacharie Myboto, Präsident der Oppositionspartei Union nationale. Er berichtete, es würden Granaten geworfen und es fielen Schüsse.

Von Seiten der Regierung war niemand erreichbar, um zu den Berichten Stellung zu nahmen.

Nach Medienberichten gerieten auch anderswo Oppositionskräfte und Sicherheitsleute aneinander. Wie der französische Auslandsradiosender RFI in der Nacht zum Donnerstag berichtete, antworteten in der Nähe des Rundfunk- und Fernsehgebäudes Sicherheitskräfte mit Tränengas auf Steinwürfe von Oppositionellen. Mit Hilfe eines Wasserwerfers seien Demonstranten auseinandergetrieben worden. Helikopter kreisten über der Stadt.

Oppositionelle seien in den Hof des Parlaments eingedrungen. In der Umgebung des Parlaments sei ein Brand ausgebrochen. Das Wohnhaus des stellvertretenden Ministerpräsidenten Paul Biyoghe-Mba sei angezündet worden. Zudem wurden Geschäfte verwüstet. Bei Einbruch der Nacht habe sich die Lage ein wenig beruhigt, hiess es bei RFI zunächst.

Die Unruhen hätten kurz nach der Verkündung des Wahlsiegs von Bongo begonnen. Nach offiziellen Angaben hatte Bongo die Präsidentschaftswahl mit hauchdünner Mehrheit gewonnen. Damit wird sich die bislang 49 Jahre lange Herrschaft seiner Familie über das ölreiche westafrikanische Land verlängern.

Die Opposition sprach angesichts der um einen Tag verzögerten Bekanntgabe der Ergebnisse von Wahlbetrug. Bongo gewann laut Wahlkommission 49,8 Prozent der Stimmen, der Oppositionskandidat Jean Ping kam auf 48,2 Prozent, wie der französische Auslandsradiosender RFI am Mittwoch berichtete.

Um trotz eines so knappen Ausgangs Friede und Stabilität zu bewahren, müssten die detaillierten Ergebnisse aller Wahllokale bekanntgegeben werden, forderten die Wahlbeobachter der Europäischen Union.

Die Wahlbeteiligung hatte bei der Abstimmung vom Samstag laut Wahlkommission bei rund 60 Prozent gelegen. Stimmberechtigt waren rund 630’000 der knapp zwei Millionen Einwohner.

Bongos Wahlsieg sichert dem 57-Jährigen eine zweite siebenjährige Amtszeit. Er übernahm das Amt 2009 von seinem Vater Omar Bongo, der die ehemalige französische Kolonie von 1967 bis zu seinem Tod 2009 regiert hatte.

Sein Herausforderer Ping ist ein früherer Weggefährte von Omar Bongo. Er diente als Diplomat, Präsident der UNO-Vollversammlung und Chef der Afrikanischen Union.

(SDA)


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