Verletzte bei Taliban-Angriff auf Touristen in Afghanistan

Ein afghanischer Polizist bei einer Kontrolle auf einer Überlandstrasse in der Provinz Herat.
Ein afghanischer Polizist bei einer Kontrolle auf einer Überlandstrasse in der Provinz Herat. © Keystone/EPA/JALIL REZAYEE
Taliban-Kämpfer haben im Westen Afghanistans eine Touristengruppe mit zwölf Ausländern angegriffen und mehrere von ihnen verletzt. Nach Angaben der Provinzregierung wurden bei der Attacke in der Provinz Herat sechs Ausländer sowie der afghanische Fahrer verletzt.

Der Touristengruppe gehörten acht Briten, drei US-Bürger und ein Deutscher an, wie der Sprecher der Provinzregierung von Herat, Dschilani Farhad, sagte. Sie wurde von einem Konvoi der afghanischen Armee begleitet, als die Attacke im Bezirk Tschescht-e-Scharif verübt wurde.

Die Angreifer seien in die Flucht geschlagen worden, sagte der Sprecher. Mindestens sechs Ausländer und ihr afghanischer Fahrer hätten Verletzungen erlitten. Die Gruppe wurde in die Provinzhauptstadt Herat gebracht, wo die Verwundeten behandelt wurden. Die örtlichen Behörden veröffentlichten Bilder der leichtverletzten Touristen.

Die Taliban bekannten sich zum Angriff auf “ausländische Eindringlinge”. Sie hatten im Zuge ihrer “Sommeroffensive” die Angriffe zuletzt verstärkt. Erst am Montag verübten Taliban-Kämpfer in Kabul einen Anschlag auf ein von ausländischen Vertragskräften genutztes Hotel. Dabei wurden ein Polizist und drei Taliban-Kämpfer getötet. Die Gäste und Mitarbeiter des Hotels blieben unverletzt.

Fahrten über afghanische Überlandstrassen sind äusserst gefährlich. Reisende werden dort immer wieder von den Taliban oder anderen bewaffneten Gruppen entführt oder getötet. Herat und die benachbarte Provinz Bamijan sind bei Touristen wegen ihrer zahlreichen Kulturstätten beliebt und gelten als vergleichsweise sicher.

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten rät von Reisen und Aufenthalten jeder Art in Afghanistan ab. Die Sicherheit im Land sei nicht gewährleistet. Auch die USA warnen ihre Bürger vor einem “sehr hohen Risiko” von Entführungen in Afghanistan.

(SDA)


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