«Vor allen Blitzern zu warnen ist unsinnig»

Mobiles Radargerät an der Geissbergstrasse.
Mobiles Radargerät an der Geissbergstrasse. © Tagblatt Archiv
Radargeräte sollen keine Gegner von Autofahrern sein. Die St.Galler SVP-Fraktion verlangt in einer Motion aus dem St.Galler Kantonsrat, dass vor allen Geschwindigkeitsmessanlagen eine Warnung angebracht wird.

Der Überraschungseffekt eines Radargeräts solle unterbunden werden, meint Mirco Gerig, der Initiant der «Signale vor Radarfallen» Motion. Deshalb wünsche er sich eine Tafel mit einer Warnung vor den Geräten. Seitdem im Jahr 2014 neue Radargeräte angeschafft wurden, gibt es vermehrt Geschwindigkeitsmesskontrollen im Kanton St.Gallen.

«Der Unmut in der Bevölkerung ist grösser geworden», findet der SVP-Politiker. «Aber der Hauptgrund unseres Vorstosses ist es, dass die Verkehrssicherheit einen Schritt weiter geht und die Unfallprävention gestärkt wird – und dass es mehr Transparenz gibt.» Mit der Prävention sind beispielsweise Vorsichtsmassnahmen vor Schulen gemeint – Schilder könnten laut Gerig eine entsprechende Wirkung haben.

Warnung zum Schutz

Die Möglichkeit, dass Autofahrer genau in dieser Stelle abbremsen und danach wieder Gas geben, sei natürlich gegeben. Doch der sogenannte Überrraschungseffekt würde unterbunden – und damit zahlreiche Auffahrunfälle verhindert werden, glaubt Gerig.

In anderen Ländern würden solche Signale bereits existieren; im Kanton Tessin ist eine solche Motion gutgeheissen worden. «Es ist ja nicht das Ziel, dass man mit den Radarkästen die Staatskasse füllt», sagt Gerig. Deshalb soll es vor jeder stationären und semistationären Radaranlage Warnsignale geben.

Verhinderung der Massnahme

Nicht viel mit dem Vorschlag der SVP anfangen kann die Kantonspolizei St.Gallen «Das Warnen vor Radarkontrollen ist gemäss dem Strassenverkehrsgesetz verboten. Sobald präzise Informationen zu stationären, aber auch zu mobilen Radarkontrollen bekannt gegeben werden, so wird die Massnahme verhindert», sagt Mediensprecher Hanspeter Krüsi.

Mix aus Warnung und Überraschung ist sinnvoll

Ein Verkehrspsychologe von der Beratungsstelle für Unfallverhütung hat laut Krüsi einmal festgehalten, dass er es gutheisse, wenn man die Standorte der semistationären Radarkontrollen kommuniziere – aber nur, sofern parallel dazu mobile Geschwindigkeitskontrollen gemacht werden. Diese Kombination führe zu einer Verbesserung der Verkehrssicherheit.

Die St.Galler Polizei gibt darum die Standorte der semistationären Radarkontrollen einmal pro Woche bekannt – auf der Internetseite und auf Facebook. “Informationen zu mobilen und fixen Blitzern geben wir nicht heraus.”

(cla)


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