VW reicht in den USA Rückruf-Plan ein

Ein Volkswagenmodell bei der laufenden US-Autoshow in Kalifornien. Der deutsche Autokonzern  hat in den USA einen Rückrufplan für die vom Abgas-Skandal betroffenen VW-Modelle vorgelegt.
Ein Volkswagenmodell bei der laufenden US-Autoshow in Kalifornien. Der deutsche Autokonzern hat in den USA einen Rückrufplan für die vom Abgas-Skandal betroffenen VW-Modelle vorgelegt. © KEYSTONE/EPA/BOB RIHA JR
Volkswagen hat in den USA kurz vor Ablauf eines Ultimatums erste Vorschläge zur Bewältigung des Abgas-Skandals eingereicht. Der Autobauer habe einen Rückrufplan für die von der Affäre betroffenen Fahrzeuge vorgelegt.

Die kalifornische Umweltbehörde CARB teilte in der Nacht am Samstag mit dabei gehe es um die von manipulierten Messwerten bei Emissionstests betroffenen Fahrzeuge der Modelljahre 2009 bis 2015 mit 2,0-Liter-Motoren. Details wurden zunächst nicht bekannt.

Die Aufseher haben nun bis zu 20 Geschäftstage Zeit, die Vorschläge zu prüfen. Sie hatten den Wolfsburgern eine Frist gesetzt, die um Mitternacht (Ortszeit) ausgelaufen wäre. VW hat zum Zeitplan des Rückrufs bislang nur vage Angaben gemacht.

Zuvor hatten CARB und die US-Umweltbehörde EPA am Freitag mitgeteilt, zusätzliche 75 000 Wagen des VW-Konzerns mit 3,0-Liter-Dieselmotoren wegen Manipulationsverdachts im Visier zu haben. Bei den betroffenen Fahrzeugen handelt es sich der EPA zufolge um den Volkswagen Touareg und den Porsche Cayenne sowie um verschiedene Luxusmodelle von Audi.

Bereits am 2. November hatten die Umweltbehörden VW und die Konzerntöchter mit einem entsprechenden Verdacht konfrontiert. Bislang war in diesem Fall aber nur wegen etwa 10 000 Wagen der Baujahre 2014 bis 2016 ermittelt worden.

Die Software ist allerdings eine andere, als die bereits als Schummelprogramm (“Defeat Device”) überführte, deren manipulativen Einsatz bei Emissionstests von etwa 480 000 Diesel-Fahrzeugen mit 2,0-Liter-Motoren VW bereits im September eingestanden hatte.

Die zweite verdächtige Software wird “Auxiliary Emissions Control Device” (AECD) genannt und betrifft auch die VW-Premiummarke Porsche. Ob es sich dabei um ein Schummelprogramm handelt, muss sich erst zeigen. Die neuen Vorwürfe gegen VW bezögen sich zunächst vor allem auf Fehler im Zertifizierungsverfahren, sagte ein CARB-Sprecher auf Nachfrage.

Der deutsche Autobauer habe es versäumt, den US-Behörden den Einbau der strittigen Software vorschriftsgemäss zu melden. Das heisse jedoch nicht, dass dieses Programm der Manipulation dienen müsse. Ob das der Fall sei, werde noch geprüft. Es liege den Behörden auch kein Schuldeingeständnis von VW dazu vor.

Volkswagen war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Bislang hat der Konzern stets abgestritten, dass es sich bei der AECD-Software um ein Schummelprogramm handelt.

Audi-Sprecher Brad Stertz räumte am Freitag ein, dass Volkswagen den US-Behörden niemals von der Software berichtet habe. In Europa sei sie legal. Sie sei nicht dieselbe wie diejenige, die in den Vier-Zylinder-Dieselmotoren absichtlich bei den Abgastests schummelte.

(SDA)


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