VW-Skandal macht sich (noch) nicht bemerkbar

Dank Euro-Bonus kaufen die Schweizer mehr Autos.
Dank Euro-Bonus kaufen die Schweizer mehr Autos. © (KEYSTONE/Steffen Schmidt)
Erstmals seit Anfang Jahr sind im Oktober die Auto-Neuzulassungen zurückgegangen. Trotz dieser Delle und VW-Skandal wird 2015 ein Superjahr.

In den vergangenen Wochen und Monaten hat es der VW-Konzern geschafft, mit einer endlos scheinenden Reihe von Skandalen seinen Ruf und möglicherweise auch das Portemonnaie mächtig zu ruinieren. Für Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) müssen die Wolfsburger mit Gesamtkosten von 100 Milliarden Euro rechnen.

In der Schweiz haben sich die negativen Schlagzeilen bislang nicht in den Verkaufszahlen – oder besser – in den dazugehörenden Statistiken bemerkbar gemacht. Die Neuzulassungszahlen sind im Oktober zwar erstmals seit vergangenem Januar wieder zurückgegangen. Mit 25’236 eingelösten Fahrzeugen beträgt das Minus im Vergleich zum Vorjahresmonat 4,0 Prozent. Andreas Burgener, Direktor von Auto Schweiz, führt dies aber nicht auf den VW-Skandal zurück: “Allfällige Folgen zeigen sich wohl erst im kommenden Monat.”

Trotz der Oktober-Delle bleibt die Bilanz bei den Autoverkäufen positiv. Burgener spricht von einem “Superjahr”. Das Plus gegenüber 2014 beträgt in den ersten zehn Monaten satte 7,9 Prozent. “Wir gehen davon aus, dass wir Ende Jahr 320’000 Zulassungen haben werden. Das ist ein Zuwachs von sechs Prozent”, sagt Burgener.

Befeuert wurde der Boom durch die Aufhebung des Euro-Mindestkures und der damit zusammenhängenden Preisreduktionen. Dennoch: Die Situation ist gemäss Burgener aber nicht so rosig wie die Zahlen vermuten lassen. “Der Margendruck hat zugnommen”, sagt er. Die Preisvorteile für die Käufer gingen zu Lasten der Händler. Die Folgen würden sich erst 2016 zeigen.

(red)


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