Walzenhausen setzt auf das Inserat

In Walzenhausen hat man einen herrlichen Blick auf das Rheintal und den Bodensee.
In Walzenhausen hat man einen herrlichen Blick auf das Rheintal und den Bodensee. © Tagblatt/Michel Canonica
Rund 50 Prozent aller Gemeinden in der Schweiz haben Mühe, ihr Gemeindepräsidium zu besetzen, dazu gehört auch Walzenhausen. Diese versucht seit einer Woche per Inserat die wichtige Stelle zu besetzen.

«Wir haben inzwischen drei Bewerbungen fürs Präsidium bekommen, zwei davon sehen sehr vielversprechend aus», sagt Hans-Ulrich Sturzenegger, Präsident der Lesegesellschaft Lachen-Walzenhausen. Er leitet die Findungskommission, die das Inserat veröffentlicht hat. Darin wird eine «führungsstarke Persönlichkeit» gesucht. Im Februar hatte der jetzige Gemeindepräsident Hansruedi Bänziger unerwartet wegen «privaten Veränderungen» gekündet.

«Bei dieser Gelegenheit hat nun der Gemeinderat die Aufgaben des Präsidiums neu geregelt und die Stelle von 40 Prozent auf 80 bis 100 Prozent aufgestockt», sagt Sturzenegger. Damit die Bewerber überhaupt wählbar sind, müssen sie allerdings in Walzenhausen wohnen. «Das kantonale Gesetz verlangt dies so», sagt Sturzengger. Allerdings könnte sich dies in nächster Zeit ändern, der Kantonsrat berät ein neues Gesetz, wonach ein Gemeindepräsident erst bei Amtsantritt Wohnsitz in der Gemeinde nehmen müssen.

Rund 50 Prozent der Gemeinden haben Mühe bei der Besetzung der Gemeindeexekutive. «Das Problem hat sich mittlerweile verschärft», sagt Reto Lindegger, Direktor des Schweizerischen Gemeindeverbandes. Die Suche nach Gemeindepräsidenten per Inserat ist nicht mehr aussergewöhnlich und im Kanton St. Gallen gilt sie als gängige Praxis. Zurzeit ist man in Walzenhausen aber zuversichtlich. Die Wahl wird bereits im September stattfinden.

(red.)


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