Weibliche Stars im Letzigrund

Elaine Thompson ist eine der Stars am heutigen Meeting im Zürcher Letzigrund
Elaine Thompson ist eine der Stars am heutigen Meeting im Zürcher Letzigrund © KEYSTONE/CYRIL ZINGARO
Bei Weltklasse Zürich stehen heute die weiblichen Stars der Szene im Fokus. Neben der Doppel-Olympiasiegerin Elaine Thompson sind zwei am Start, die in diesem Sommer Weltrekord gelaufen sind.

Obwohl mit Usain Bolt, Mo Farah und Wayde van Niekerk die männlichen Superstars der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro im Letzigrund fehlen, hat der erste von zwei Diamond-League-Finals in Zürich noch immer Weltklasse zu bieten. Neben der nationalen Spitze sind 14 Einzel-Olympiasieger von Rio de Janeiro am Start, zudem geht es in den einzelnen Disziplinen um den Sieg in der Diamond-League-Wertung, der neben dem Gewinn einer Diamanten-Trophäe auch 40’000 Dollar einbringt.

Ein besonderes Augenmerk gilt den Rennen über 100 m Hürden und 3000 m Steeple, besitzen doch sowohl Kendra Harrison als auch Ruth Jebet das Potenzial, für den ersten Weltrekord im Letzigrund seit 2009 und dem Sprung von Jelena Isinbajewa über 5,06 m zu sorgen. Harrison ist, was die Zeiten angeht, das Mass aller Dinge in diesem Jahr im Hürdensprint. Die 23-Jährige aus dem US-Bundesstaat Tennessee lief acht der neun besten Zeiten 2016 und verbesserte am 22. Juli in London den 28 Jahre alten Weltrekord der Bulgarin Yordanka Donkova um eine Hundertstelsekunde auf 12,20 Sekunden. An den Sommerspielen in Rio fehlte Harrison allerdings, nachdem sie an den US-Trials gepatzt hatte.

Zur Olympiasiegerin und Weltrekordhalterin küren liess sich die Steeple-Läuferin Ruth Jebet. Die 19-jährige Kenianerin, die für Bahrain startet, stellte knapp zwei Wochen nach ihrem Triumph in Rio am Samstag in Paris einen Fabel-Weltrekord auf. Jebet verbesserte im Stade de France die acht Jahre alte Bestmarke der Russin Gulnara Galkina um mehr als sechs Sekunden. Gelingt der Teenagerin nach einem kurzen Abstecher in die Heimat im Letzigrund ein ähnlicher Exploit?

Aus Schweizer Sicht ist das Rennen über 400 m Hürden der Männer eines der Highlights. Nach seinem verkorksten Auftritt an den Olympischen Spielen will sich Kariem Hussein in seinem Heimstadion rehabilitieren. Im vergangenen Jahr hat der 27-jährige Thurgauer als erster Schweizer im Zürcher Hauptprogramm seit André Bucher 2001 triumphiert, heuer steigt Hussein aber nur als Aussenseiter ins Rennen. Einerseits plagen den EM-Dritten von Amsterdam seit Mitte Juni Fussprobleme, andererseits stehen der Olympiasieger Kerron Clement aus den USA, der kenianische Weltmeister Nicolas Bett und der Puerto Ricaner Javier Culson, die alle noch Chancen auf den Sieg im Diamond Race haben, an der Startlinie.

Die Schweizer Rekordhalterin Selina Büchel, die den Final in Rio um einen Hauch verpasst hat, duelliert sich über 800 m mit den acht Olympia-Finalistinnen. An der Spitze kommt es zum Duell zwischen der Olympiasiegerin Caster Semenya aus Südafrika und Francine Niyonsaba aus Burundi, den beiden schnellsten Läuferinnen in diesem Jahr. Die beiden machen nach Gold und Silber in Rio auch den Sieg im Diamond Race unter sich aus. Vor dem Duell in Zürich führt Semenya mit zwei Punkten Vorsprung.

Die Aufmerksamkeit im Sprint liegt auf dem 200-m-Rennen der Frauen. Die niederländische Weltmeisterin Dafne Schippers fordert die jamaikanische Olympiasiegerin und Jahresschnellste Elaine Thompson heraus. Ergänzt wird das Feld unter anderen mit der Amerikanerin Allyson Felix, der erfolgreichsten Leichtathletin an Olympia aller Zeiten und dreifachen Weltmeisterin über diese Distanz, der britischen Europameisterin Dina Asher-Smith sowie Mujinga Kambundji, die in dieser Saison über 200 m allerdings noch nicht so richtig auf Touren gekommen ist.

Im Zentrum des Interesses bei den Stabhochspringern steht der Zweikampf zwischen Renaud Lavillenie und dem Brasilianer Thiago Braz da Silva, dem Sensationssieger von Rio. Das Duell der beiden im Olympia-Final hatte für viele Emotionen gesorgt. In Zürich bietet sich dem Franzosen die Chance zur Revanche. Den Sieg im Diamond Race – den siebten in Serie – hat Lavillenie bereits auf sicher.

(SDA)


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