Kilian Wenger und Christian Stucki Co-Festsieger

Kilian Wenger (links) ringt Christian Stucki im Schlussgang nieder
Kilian Wenger (links) ringt Christian Stucki im Schlussgang nieder © KEYSTONE/PETER SCHNEIDER
Kilian Wenger und Christian Stucki teilen sich am Berner Kantonalschwingfest in Affoltern im Emmental den Festsieg. Im Schlussgang feiert Wenger den ersten Sieg in seiner Karriere gegen Stucki.Dieser Ausgang hatte nicht erwartet werden dürfen.

Stucki, der sich seit Wochen in einer hervorragenden Form befindet, hatte zuvor alle fünf Gänge gewonnen und war mit einem Vorsprung von 1,25 Punkten in die Endausmarchung gestiegen. Nach weniger als zwei Minuten griff Stucki vor über 12’000 Zuschauern an. Doch der Schwingerkönig von 2010 konterte mit einem Fussstich und vollendete am Boden.

Wenger hatte für den Schlussgang den Vorzug gegenüber dem punktgleichen Einheimischen Matthias Aeschbacher erhalten. Das Duell zwischen Wenger und Aeschbacher im vierten Gang war mit einem Gestellten zu Ende gegangen. Die anderen Kämpfe beendete Wenger mit einem Sieg.

Wenger realisierte den zweiten Saisonsieg nach dem Oberländischen und den 19. Kranzfestsieg der Karriere. Für Stucki war es der dritte Sieg. Der Hüne aus dem Seeland, der vor einer Woche am Innerschweizer Teilverbandsfest trotz des 2. Platzes bereits der stärkste Schwinger gewesen war, hatte bisher am Oberaargauischen und am Mittelländischen obenaus geschwungen.

Für Stucki musste gegen Wenger in der sechsten Teilnahme an einem Kranzfest dieser Saison den ersten verlorenen Gang hinnehmen. Von den insgesamt 36 Gängen musste nur fünf stellen – vier davon in den ersten zwei Festen, nach denen er sich deutlich steigerte.

Der aufstrebende Thurgauer Teenager Samuel Giger, heuer schon dreifacher Festsieger, wurde von den starken Mutzen zurückgebunden. Er verlor zum Auftakt klar und früh gegen den später verletzt ausgeschiedenen Schwingerkönig Matthias Sempach. Im 3. Gang musste Giger überdies dem Emmentaler Nichteidgenossen Fritz Ramseier ein Unentschieden zugestehen. Giger klassierte sich auf einem Kranzrang. Ab dem 2. Gang bekam er es aber mit keinem weiteren Eidgenossen mehr zu tun.

Der 25-jährige Sven Schurtenberger, heuer schon Gewinner des Urner Kantonalfests, konnte sich auf der Rigi erstmals als Sieger eines Bergkranzfestes feiern lassen. Der Luzerner Neueidgenosse kam indes auf einem Umweg zum Triumph. Im Schlussgang standen sich zuerst der allein führende Bruno Nötzli und der starke Entlebucher Youngster Joel Wicki gegenüber. Nötzli verletzte sich jedoch und konnte nicht weiter schwingen, sodass der mit Wicki punktgleiche Schurtenberger nachrückte. Schurtenberger hatte seinen 6. Gang absolviert und war schon unter der Dusche, als man ihn zurückbeorderte.

Im regulären 6. Gang hatte Schurtenberger mit dem Solothurner Bruno Gisler gestellt, aber im kantonsinternen Schlussgang schlug er zu. Nach 2:10 Minuten leerte er Wicki über das Knie ab. Für den Schwinger aus Buttisholz war es der vierte Kranzfestsieg.

Der Schlussgang am Rigi-Schwinget war verhext. Nach Bruno Nötzli verletzte sich auch noch der dreifache Saisonsieger Joel Wicki. Der junge Sörenberger, der wegen einer Verletzung das letztjährige Eidgenössische Fest in Estavayer verpasst hatte, musste mit einem Helikopter abtransportiert werden.

Zu den nicht alltäglichen Ereignissen gehörte auch der Kranzgewinn des Thurgauer Veteranen Stefan Burkhalter, der als 23. Schwinger der Geschichte des Eidgenössischen Schwingerverbandes in der 100er-Klub (mindestens hundert Kranzgewinne) aufstieg. Pechvogel Bruno Nötzli wurde ein für die Statistik zählender Ehrenkranz attestiert. Ein Ehrenkranz hatte zuvor Armon Orlik am diesjährigen Aargauer Fest in Brugg erhalten, nachdem er sich im Schlussgang gegen Bruno Gisler am Nacken verletzt hatte.

Zahlreiche Grössen wie Mario Thürig, Arnold Forrer, Martin Grab und Marcel Mathis als Sieger des Innerschweizer Festes in Alpnach vom vorangegangenen Sonntag gingen leer aus.

(SDA)


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