Wenn Hunde durch die Luft fliegen

Von Lara Abderhalden
Chetana mit Sandro Eigenmann beim Training.
Chetana mit Sandro Eigenmann beim Training. © Lara Abderhalden
Sie springen durch die Luft wie haarige Gumpibälle, schnappen nach dem farbigen Frisbee und sprinten zurück zu ihrem Herrchen – die Rede ist von Hunde-Frisbee oder DiscDog, eine Sportart die Europa und die Schweiz immer mehr erobert. Dieses Wochenende messen sich die Besten der Besten in Kreuzlingen.

“Meine Freundin wollte unbedingt einen Hund, ich konnte zuerst nichts damit anfangen, als aber immer konkreter wurde, dass dieser Hund jetzt kommt, habe ich angefangen mir Überlegungen zu machen”, so Sandro Eigenmann, der selbst Hunde-Frisbee betreibt und das Turnier in Kreuzlingen veranstaltet. Er habe sich dann an die Zeiten erinnert, als er früher mit seinen Freunden im Park Frisbee gespielt hat: “Da ich heute nicht mehr so viele Kumpels habe wie früher, dachte ich mir, dann nehme ich halt den Hund zum Spielen.” So hat alles angefangen. Mit seinen zwei Hunden Chetana und Samy Lee stand er von da an regelmässig an Turnieren im Einsatz.

“Es ist schön, die Verbindung zum Hund zu spüren”, beschreibt Sandro Eigenmann seine Leidenschaft, “man merkt, dass der Hund Spass daran hat, wenn er schwänzelt und manchmal hat er gar eine Art Lächeln im Gesicht und das motiviert mich.”

Der Hund springt zu Musik

Das Prinzip von Hunde-Frisbee ist eigentlich ganz einfach. Es gibt zwei verschiedene Disziplinen. Zum einen den Freestyle-Wettkampf. Dabei haben der Hund und sein Besitzer zwei Minuten Zeit, eine Kür zu zeigen. Der Hund springt durch die Luft, begleitet von Musik. Bei der Gestaltung dieser Kür ist das Herrchen frei. Sprünge über den Menschen sind möglich, sei das stehend, sitzend, liegend oder im Handstand: “Wichtig ist, dass man einen eigenen Stil entwickelt.”

Bei der zweiten Disziplin geht es darum, innerhalb von einer Minute den Frisbee so weit wie möglich zu schiessen und ihn dann vom Hund fangen zu lassen. Dabei spielt es auch eine Rolle, wie oft der Frisbee, wie weit geworfen wird. Kann der Frisbee nicht gefangen werden, zählt der Wurf nicht.

Alle können mitmachen

Der Ursprung von DiscDog liegt in den USA. Wie Sandro Eigenmann erklärt, gebe es mittlerweile aber immer mehr gute Teilnehmer aus Europa: “Letztes Jahr fanden die Weltmeisterschaften in der Schweiz statt.” Auch die Turniere in der Schweiz werden von Hundebesitzern aus der ganzen Welt besucht.

In den Hunde-Frisbee-Sport einsteigen kann laut Sandra Bühler, die Freundin von Sandro Eigenmann, jeder: “Auch ganz kleine Hunde machen bei den Turnieren mit. Wichtig ist, dass der Hund Spass hat und sich bei den Sprüngen nicht verletzt.” Auch Altersgruppen gebe es nicht. “Wir sind da ziemlich offen, wir wollen jeden dazu motivieren, mitzumachen.”

Wer sich dieses Spektakel aus nächster Nähe ansehen möchte: Am kommenden Wochenende findet in Kreuzlingen der Sandreas-Cup statt. Und vielleicht macht es den einen oder anderen selbst glustig, seinen Vierbeiner an den Start zu schicken.

Sandro Eigenmann mit seinen beiden Hunden beim Training:


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