Wieder ein Pferd fast zu Tode gequält

Gestern hat das Bundesgericht entschieden, dass ein verurteilter Tierquäler aus dem Thurgau weiterhin Tiere halten darf. Nicht einmal 24 Stunden später hat ein Tierarzt einen Fall von Tierquälerei gemeldet. Das betroffene Pferd stammt vom Hof des einschlägigen Bauers.

“Das Pferd hatte nicht erst seit einer halben Stunde Schmerzen. Es war nudelfertig, als es bei mir war”, sagt der Tierarzt Christian Haas. Das Pferd sei völlig verschlagen gewesen, wobei die Wunden sicher schon ein bis zwei Tage alt gewesen seien. Nach seiner Untersuchung kam raus: Das Pferd litt an einer schweren Dickdarmverstopfung. Pferde wälzen sich bei Schmerzen am Boden, daher die Verletzungen am ganzen Körper. “Wenn niemand interveniert hätte, wäre das Pferd innert ein bis zwei Tagen gestorben.” Haas meldete den Fall heute Morgen dem Veterinäramt.

Das Pferd lebte auf dem Hof des Thurgauer Bauers, der 2009 und 2011 wegen Tierquälerei und anderer Delikte verurteilt wurde. Gestern hat das Bundesgericht entschieden, dass er weiterhin Tiere halten darf.

Die Tierhaltung auf dem Hof ist noch immer höchst fragwürdig. “Die Pferde haben zu wenig Auslauf, sie kriegen zu wenig Futter und Wasser”, sagt eine Interessierte an einem Pferd. Im Stall sei “alles verschissen” und es stinke unheimlich. Auch hat der Bauer Katzen in Hasenställen eingesperrt. Wie die Frau weiter erzählt, herrsche in den Ställen Anbindepflicht, und dies sei gesetzlich verboten.

Der Pferdehalter selbst möchte sich nicht zu diesem Fall äussern. Wie er gegenüber TVO sagt, gebe er ohne seinen Anwalt keine Auskunft.

 

(lak/abl)


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