Wohnen auf dem Gelände der ehemaligen Aluminiumwerke

Die letzten Spuren der Aluminiumproduktion im Wallis werden mit der Sanierung des Industriegeländes in Chippis verschwinden (Archiv).
Die letzten Spuren der Aluminiumproduktion im Wallis werden mit der Sanierung des Industriegeländes in Chippis verschwinden (Archiv). © KEYSTONE/MAXIME SCHMID
Das Wallis will die letzten Altlasten der Aluminiumproduktion beseitigen. Das Industriegelände in Chippis, das von der Rio-Tinto-Gruppe stillgelegt wurde, wird in den nächsten zwei Jahren für 25 Millionen Franken saniert und in eine Wohn- und Gewerbezone umgewandelt.

Die internationale Bergbaugesellschaft Rio Tinto wird die Kosten der Sanierung vollumfänglich übernehmen, wie Oskar Kuonen, der Projektmanager der Metallwerke Refonda AG, am Dienstag vor den Medien sagte. Die AG ist zu 100 Prozent im Besitz von Rio Tinto. Der Kanton Wallis hat den Sanierungsplan genehmigt.

Das Grundstück muss gemäss den Vorschriften der Altlastenverordnung des Bundes saniert werden. Rio Tinto habe dem Kanton finanzielle Garantien geliefert und das Verursacherprinzip akzeptiert, sagte Staatsrat Jacques Melly.

In Chippis wurde ab 1908 Aluminium hergestellt und verarbeitet. Eine zweite Fabrik wurde 1962 in Steg VS gebaut. Im Jahr darauf verschmolzen die beiden Werke zur Alusuisse, die 2000 von Alcan und 2007 schliesslich von Rio Tinto übernommen wurden.

Der Niedergang zeichnete sich ab 1986 ab. Mangels Rentabilität wurde die Aluminiumproduktion nach und nach an beiden Standorten zurückgefahren und 1993 definitiv eingestellt. Noch bis 2006 wurden auf dem Gelände in Chippis Elektroden produziert.

Ein Teil der Aktivitäten wurde ab 2010 unter der neuen Gesellschaft Constellium weitergeführt, welche in Chippis eine Giesserei betreibt. Dieser Teil ist nicht von der Sanierung betroffen.

Die verunreinigte Fläche umfasst nach Angaben von Kuonen 48’000 Quadratmeter. Durch die 90 Jahre dauernde Aluminium-Produktion sind schätzungsweise 30 Tonnen Fluoride und eine unbestimmte Menge Teer im Boden versickert – “in Mengen, die für die Gesundheit nicht gefährlich sind”, wie Kuonen sagte.

Trotzdem müssen auf einer Tiefe bis zu fünf Metern und 145’000 Tonnen Erdreich ausgebaggert und entsorgt werden. Nach Abschluss der Arbeiten ab dem Jahr 2017 will die Gemeinde Chippis auf dem Gelände eine gemischte Wohn-, Einkaufs- und Gewerbezone erstellen.

(SDA)


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