Wurde beim FCSG geschummelt?

Der neue Verwaltungsrat rund um Matthias Hüppi will aufräumen.
Der neue Verwaltungsrat rund um Matthias Hüppi will aufräumen. © KEYSTONE/Benjamin Manser
Der Verdacht liegt nahe, denn der Verwaltungsrat rund um den neuen Präsidenten Matthias Hüppi hat Wirtschaftsprüfer engagiert, um die Ausgaben zu analysieren. Ob es ein rechtliches Verfahren geben wird, ist noch offen. 

Der FC St.Gallen bestätigt gegenüber dem «Blick», dass im Rahmen des Halbjahresabschlusses «vertiefte Prüfungen» angeordnet wurden. «Wir wollen die Verträge und Geldflüsse des letzten halben Jahres verstehen und analysieren», sagt Christoph Hammer, neuer Verwaltungsrat (Fokus Finanzen) des FCSG gegenüber der Zeitung. Wen die Prüfung direkt betrifft, sagt er nicht. «Grundsätzlich gilt für alle beteiligten Personen die Unschuldsvermutung.»

Verträge heimlich abgeschlossen

Man gehe davon aus, dass bis Mitte Februar die Prüfung abgeschlossen sei. Einige neue Verträge werden laut «Blick» ebenfalls untersucht. Neu-Aktionär Roland Gutjahr sagte stellvertretend: «Der Verwaltungsrat darf vertragliche Verpflichtungen von Tragweite nicht mehr in Eigenregie abschliessen.» Doch genau dies sei passiert. Laut «Blick»-Informationen hat der Verwaltungsrat hinter verschlossenen Türen einige Verträge abgeschlossen, ohne dies zu kommunizieren. Das war gegen den Willen des Verwaltungsrats.

Finanzielle Berge

Auf Hüppi und Co. warten indes grosse Aufgaben. Denn so einige finanzielle Altlasten bedrücken das Budget des FC St.Gallen: Zum einen kassiert Ex-Trainer Joe Zinnbauer Lohn bis Mitte 2018, falls er nicht vorher irgendwo anders unterschreibt. Er soll bei Omonia Nikosia (Zypern) im Gespräch sein. Seine Ex-Assistenten Daniel Tarone und Martin Stocklasa sind ebenfalls bis zum Sommer verpflichtet.

Auch Ex-Chef Stefan Hernandez wird noch ein halbes Jahr lang Lohn kassieren. Und der ehemalige Stadionchef, Pascal Kesseli, wird noch drei Monate lang sein Gehalt bekommen. Das Nachwuchsprojekt Future Champs Ostschweiz (FCO) überschreitet sein Budget laut «Blick» jetzt schon mit rund 300’000 Franken.

(red)


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