Shaqiri: «Sind mit einem blauen Auge davon gekommen»

Xherdan Shaqiri im Spiel gegen Ungarn
Xherdan Shaqiri im Spiel gegen Ungarn © KEYSTONE/EPA KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS
Nach dem perfekten Start in die WM-Qualifikation wollen die Schweizer Protagonisten nicht abheben. «Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen», sagt etwa Xherdan Shaqiri.

2 Spiele, 6 Punkte.Und dies nach dem heiklen Startprogramm gegen Europameister Portugal und am Freitag in Budapest gegen den EM-Achtelfinalisten Ungarn. Besser hätte es für die Schweizer nicht laufen können. In Euphorie verfiel bei der SFV-Auswahl gleichwohl keiner.

«Es war ein positiver Reifetest», stellte Captain Stephan Lichtsteiner fest. Der Verteidiger von Juventus Turin hob aber auch den Mahnfinger: «Wir haben zweimal zu schnell den Ausgleich kassiert, weil wir zu wenig konsequent verteidigten. Wir waren nach unseren Toren nicht konzentriert genug.»

Xherdan Shaqiri sah zwar viel Positives, gab aber auch zu, dass das Spiel am Ende auch auf die Seite der Ungarn hätte kippen können. «Es war dramatisch und hat uns viel Nerven gekostet. Nach den Führungstoren zum 1:0 und 2:1 hätten wir besser nach hinten arbeiten müssen. So sind wir mit einem blauen Auge davon gekommen. Wir wissen, dass wir besser spielen können.»

Das 3:2-Siegestor für die Schweizer lag für Shaqiri nicht in der Luft – zumal er selbst acht Minuten zuvor dem defensiveren Gelson Fernandes hatte Platz machen müssen. «Wir haben das entscheidende Tor geschossen, obwohl die Ungarn am Schluss Druck gemacht haben. Aber so ist Fussball manchmal.»

Dieses entscheidende Tor schoss am Ende ausgerechnet einer, der zuletzt elf Monate nicht mehr zum Kader des Schweizer Nationalteams gehört hat: Valentin Stocker. «Im Fussball geht es schnell. Ich habe Hochs und Tiefs erlebt. Dass ich der Mannschaft heute helfen konnte, macht mich glücklich. Ich bin dafür dankbar und demütig», so der Bundesliga-Professional von Hertha Berlin.

Stocker gab zu, dass er in der Schlussphase nicht mehr mit einem Einsatz gerechnet hatte. «Ich dachte, wir würden das Unentschieden halten wollen. Dann kam ich doch rein und habe mir gesagt: Es ist nicht mehr viel Zeit, ich bekomme vielleicht noch eine Chance und muss diese dann verwerten.»

In der 89. Minute war es so weit. Stocker schilderte die entscheidende Szene: “Aus gemeinsamen Basler Zeiten wusste ich, dass Eren (Derdiyok) bei solchen Situationen fast immer das Kopfballduell gewinnt und Blerim (Dzemaili) hat darauf den Ball verlängert. Das war nicht einstudiert, es war auch viel Glück dabei.”

Dank Stockers Siegestor scheint die Schweiz auf dem direkten Weg zum Gruppensieg und zur Qualifikation für die WM 2018 in Russland. Nun folgen die Spiele gegen Andorra am kommenden Montag, gegen die Färöer im November und gegen Lettland im März. Die Ausgangslage ist verlockend. Shaqiri: «Wenn wir jetzt auch in Andorra gewinnen, können wir von einem Super-Start reden. Dann sind wir einen Schritt näher an Russland.»

(SDA)


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