YB beendet die Torflaute, aber nicht die Baisse

Leonardo Bertone (rechts) bejubelt mit Michael Frey (hinten) und Yoric Ravet das Tor zum 1:1
Leonardo Bertone (rechts) bejubelt mit Michael Frey (hinten) und Yoric Ravet das Tor zum 1:1 © Keystone/ANTHONY ANEX
Die Young Boys beenden ihre Torflaute in Wettbewerbsspielen nach 285 Minuten. Dennoch reicht es den Bernern daheim gegen St. Gallen in der 10. Runde der Super League nur zu einem 2:2.

Von der Partie, die kaum unterhaltsamer hätte sein können und ohne weiteres zehn Tore hätte hergeben können, wird man aus vielen erwähnenswerten Szenen wohl am ehesten die letzten fünf Minuten in Erinnerung behalten. In der 90. Minute wurde den Young Boys die vermeintliche Erlösung zuteil, als Kwadwo Duah, der eingewechselte Schweizer U19-Stürmer mit Wurzeln in Ghana, zum 2:1 traf. Das Tor war verdient, der Sieg wäre es nach Chancen, die zu zehn Toren hätten führen können, auch gewesen. Aber die St. Galler hielten noch eine Antwort parat. In der 93. Minute schoss Stürmer Albert Bunjaku 2:2 ein. Auch die Ostschweizer hatten viel zum Spektakel beigetragen, so dass ihr erstes Remis in Meisterschafts-Auswärtsspielen gegen YB nach acht Niederlagen ebenfalls verdient war.

In der spektakulären ersten Halbzeit stand es schon nach elf Minuten 1:1. Der Basler Stürmer Roman Buess, St. Galler Neuzugang vom FC Thun, schloss den allerersten Angriff der Ostschweizer nach knapp drei Minuten mit dem Führungstor. Acht Minuten später verwertete der begabte defensive Mittelfeldspieler Leonardo Bertone, der abermals in einigen Szenen seine Qualitäten in der Offensive bewies, einen Corner von Yoric Ravet am näheren Pfosten mit dem falschen Fuss. Nach den Chancen auf beiden Seiten wäre eine 4:2-Führung der Berner in der Pause logisch gewesen.

Allein schon das Duell zwischen Michael Frey und St. Gallens Goalie Daniel Lopar war unterhaltsam. Frey hätte einmal treffen müssen und einmal treffen können. Aber Lopar blockte schon nach 70 Sekunden den etwas früh abgegebenen Schuss des allein anstürmenden jungen YB-Stürmers. Nach 33 Minuten brachte Frey einen kräftigen Kopfball an, der unter die Latte gepasst hätte. Lopar wehrte mit einer tollen Parade ab.

Auch die zweite Halbzeit brachte eine Unmenge von Chancen, die diesmal aber recht gleichmässig verteilt waren. Die beste davon vergab Duah nach 66 Minuten. Er konnte den Ball beim Versuch einer Direktabnahme aus weniger als zwei Metern nicht kontrollieren. Keine Viertelstunde später traf Yuya Kubo mit einem abgelenkten Flachschuss den Pfosten.

Die Statistik macht das Remis für die Berner keineswegs besser. Sie gaben Punkte ab gegen einen Gegner, dessen letzter Sieg in Bern auf den März 2005 zurückgeht. Überhaupt sind die jüngsten Resultate für eine Mannschaft mit höheren Ansprüchen unbefriedigend.

Die St. Galler finden sich in fremden Stadien in dieser Saison allmählich zurecht. Nach anfänglich drei Niederlagen konnten sie nunmehr aus den Spielen in Bernbiet gegen Thun und YB vier Punkte mitnehmen. Die Mannschaft von Trainer Joe Zinnbauer offenbarte besonders in der ersten halbe Stunde viele defensive Mängel. Danach wurde ihr Auftritt eine Zeitlang – bis in die hektische Schlussphase – um einiges stabiler.

Young Boys – St. Gallen 2:2 (1:1)

14’928 Zuschauer. – SR Erlachner 0:1. – Tore: 3. Buess (Hefti) 0:1. 11. Bertone (Ravet) 1:1. 90. Duah (Ravet) 2:1. 93. Bunjaku (Ajeti) 2:2.

Young Boys: Mvogo; Sutter (79. Mbabu), Von Bergen, Rochat, Lecjaks; Ravet, Zakaria, Bertone, Schick (72. Sulejmani); Kubo, Frey (66. Duah).

St. Gallen: Lopar; Hefti, Haggui, Wiss, Schulz; Aratore, Mutsch, Gaudino (78. Tafer), Wittwer (59. Gouaida); Buess (65. Ajeti), Bunjaku.

Bemerkungen: Young Boys ohne Hoarau, Gerndt, Sanogo, Wüthrich, Benito, Seferi (alle verletzt), Vilotic und Gajic (beide nicht im Aufgebot). St. Gallen ohne Toko (gesperrt), Herzog, Albrecht (beide verletzt), Lang, Leitgeb, Chabbi und Cueto (alle nicht im Aufgebot). Pfostenschüsse: 79. Kubo, 86. Sulejmani. Verwarnungen: 28. Von Bergen (Foul), 62. Bertone (Foul).

(SDA)


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