Ypsomed-Präsident Michel möchte den Franken am liebsten abschaffen

Ärgert sich über Frankenstärke und Nationalbank: Willy Michel, Verwaltungsratspräsident und Chef von Ypsomed. (Archivbild)
Ärgert sich über Frankenstärke und Nationalbank: Willy Michel, Verwaltungsratspräsident und Chef von Ypsomed. (Archivbild) © KEYSTONE/PETER KLAUNZER
Willy Michel, der Präsident des Burgdorfer Medizinaltechnikunternehmens Ypsomed, möchte den Franken am liebsten abschaffen und den Euro einführen. Damit wären alle Probleme mit der Frankenstärke vom Tisch. Den nächsten Ausbauschritt seiner Firma peilt er jedenfalls im Ausland an.

Das Unternehmen hatte erst vor kurzem angekündigt, in Solothurn 50 Millionen in eine neue Produktionslinie zu investieren. Michel begründete das in einem vorabgedruckten Interview mit der Zeitschrift “Bilanz” vom Freitag mit Zeitdruck. Grosse Kunden wie der Pharmariese Sanofi hätten das Produkt Ende Jahr haben wollen.

Ein künftiger Ausbau erfolge aber wegen der Frankenstärke im Ausland. Der definitive Standort sei noch unklar. Zur Auswahl stünden Norddeutschland und Tschechien, wo Ypsomed bereits ein Werk hat. Ohne das Problem mit dem starken Franken hätte man den Ausbau um 200 Stellen wohl in der Schweiz realisiert.

Zur Lösung der Frankenstärke schlägt Michel die Abschaffung des Frankens vor. Da kenne er keine Heimatgefühle. Das würde alle Probleme lösen und auch eine Nationalbank bräuchte es nicht mehr. Deutschland sei heute Profiteur des Euro, hätte aber bei Beibehaltung der starken Mark heute die gleichen Probleme wie die Schweiz.

Die Abkehr vom Euro-Mindestkurs werde in der Schweizer Industrie mindestens 30’000 Stellen kosten. Der Prozess dauere noch zwei bis drei Jahre. Wer glaube, das Ganze sei ausgestanden, täusche sich. Die durch den Frankenschock verursachte Fitnesskur in der Industrie bezeichnete Michel als Floskel. Es sei bereits alles ausgereizt.

Auf sein Unternehmen bezogen rechnet Michel mit zehn Millionen Franken weniger Gewinn wegen der Frankenstärke. Zwar gehe es der richtig aufgestellten Ypsomed in ihrem Wachstumsmarkt gut. Bei jährlichen Investitionen von 30 Millionen in Forschung und Entwicklung und von 20 Millionen Franken in Produktionsanlagen könnten 10 Millionen weniger aber zu Einschränkungen führen.

(SDA)


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