Zum 1000. Mal auf dem selben Berg

Von Linda Aeschlimann
Zum 1000. Mal auf dem selben Berg
Am Samstag ist es soweit: Urban Troxler besteigt zum tausendsten Mal den Fadeuer im Prättigau. In den letzten 20 Jahren hat er auf dem Berg einiges erlebt. Ganz schmerzfrei waren die Erlebnisse nicht immer.

Der Termin für die tausendste Besteigung des Fadeuers  ist dick in der Agenda von Urban Troxler eingetragen. Es gibt kein zurück. Einerseits begleiten ihn bei dieser “Jubiläums-Besteigung” Freunde, andererseits hat der Wirt vom Gasthaus am Fadeuer für seinen Stammgast eine Überraschung vorbereitet. Schliesslich hat Urban Troxler schon sicher 10’000 Franken in der Beiz ausgegeben. Bei jeder Fadeuer-Besteigung gönnt sich der 62-Jährige aus Schiers ein Bier und ein Pommes-Chips in der Beiz. Der Gipfeltrunk gehört zum Ritual, wie es Urban Troxler nennt.

Zeichnungen statt Fotos

Aber nicht nur das Bier und das Pommes-Chips gehören zu jeder Besteigung des Fadeuers. Urban Troxler hat immer ein Blatt Papier und einen Stift bei sich. Dabei macht er sich am Berg einige Skizzen, welche der Zeichnungslehrer dann zu Hause fertig malt. “Das malen zu Hause ist für mich wie ein Verdauungsprozess der Tour”, erklärt Urban Troxler. Rund 800 Zeichnungen seiner Besteigungen hat er auf Papier festgehalten. Fotos gibt es deutlich weniger.

Sturz beim Aufstieg

Urban Troxler geniesst die Einsamkeit und die Ruhe während seiner Touren am Fadeuer. Obwohl der Fadeuer kein Geheimtipp mehr ist. Immer mehr Leute kommen ins Prättigau für Wander-, Ski-, oder Snowboardtouren. Ein Erlebnis, welches Urban Troxler besonders gut in Erinnerung geblieben ist, ist ein Sturz. “Ich dachte, dass kann doch mir nicht passieren.  Ich habe irgendwie geträumt und bin gestolpert. Das hat mir dann richtig weh getan”, erzählt Urban Troxler. Ansonsten bleibt ihm eine Begegnung mit dem Wolf in bester Erinnerung.

Nach der tausendsten Besteigung macht Urban Troxler weiter wie vorher. “Für mich ist es nicht das Zählen oder das Guinessbuch der Rekorde. Der Fadeuer ist für mich einfach ein Ritual”, sagt der 62-Jährige, welcher sichtlich stolz auf seine Leistungen ist.


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