86 Tote bei Explosionen

Eines der ersten Bilder nach den Explosionen in Ankara.
Eines der ersten Bilder nach den Explosionen in Ankara. © Screenshot Twitter: bAristAhmAz @BarisTahmaz
Bei einem mutmasslichen Anschlag auf eine Friedensdemonstration in Ankara sind nach Angaben des türkischen Innenministeriums 86 Menschen getötet und 126 weitere verletzt worden. Die türkische Regierung ging von einem “Terroranschlag” aus. Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hat eine dreitägige Staatstrauer angekündigt. 

Bei einer offiziellen Erklärung zu den Anschlägen liess Davutoglu verlauten, dass dieser Angriff weder gegen die eine noch die andere Gruppe gerichtet sei, sondern “auf unser Land”, wie die Tagezeitung “Hürriyet” berichtet. Er sei in tiefer Traurigkeit.

 

“Wir verurteilen diesen abscheulichen Angriff auf das Schärfste”, hiess es zunächst aus dem Innenministerium. Nach Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu, die sich auf Regierungskreise berief, handelte es sich mutmasslich um einen Selbstmordanschlag.
Zwei Explosionen hatten am Samstagmorgen einen Platz in der Nähe des Hauptbahnhofs von Ankara erschüttert, an dem sich linke Oppositionsgruppen zu einer Friedensdemonstration versammelten. Zu dem regierungskritischen Protestmarsch hatte unter anderen die prokurdische Partei HDP aufgerufen.

Laut Innenministerium war es um 10.04 Uhr (Ortszeit/09.04 MESZ) zu den Explosionen gekommen. Teilnehmer der Demonstration waren dazu aufgerufen gewesen, sich ab 10.00 Uhr am Bahnhof zu versammeln. Die Demonstration sollte um 12.00 Uhr beginnen.

Eskalation der Gewalt

Der Ko-Vorsitzende der HDP, Selahattin Demirtas, sprach am Samstag von einem “barbarischen Angriff”. Demirtas sagte nach Angaben der Nachrichtenagentur DHA, es habe sich um ein “grosses Massaker” und einen “barbarischen Angriff” gehandelt. Demirtas teilte auf Twitter mit: “Diejenigen, die Frieden wollen, werden ermordet.”

Nach Scheitern eines zweijährigen Waffenstillstandes zwischen der Regierung unter Präsident Recep Tayyip Erdogan und der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK im Juli eskaliert im Südosten der Türkei die Gewalt.

Es gab zahlreiche Anschläge der PKK gegen türkische Soldaten und Polizisten. Die türkische Armee wiederum bombardierte Stellungen der PKK im Nordirak. Die islamisch-konservative Regierung wirft der Kurdenpartei HDP vor, die PKK zu unterstützen.

(red/sda)


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