Frühfranzösisch: Thurgau krebst zurück

Frühfranzösisch bleibt vorerst in der Primarschule.
Frühfranzösisch bleibt vorerst in der Primarschule. © Mareycke Frehner/St.Galler Tagblatt
Der Kanton Thurgau will den Entscheid, den Französisch-Unterricht aus der Primarschule zu verbannen, überdenken. Der Grosse Rat muss nochmals abstimmen. Ziel der Regierung bleibe aber die Verlegung in die Oberstufe, sagte Erziehungsdirektorin Monika Knill.

“Damit erfüllt der Regierungsrat das Motionsanliegen, beschreitet den verfahrensüblichen Weg einer Motion und schafft Rechtssicherheit”, schreibt die Thurgauer Staatskanzlei in einer Mitteilung vom Donnerstag. Die Verschiebung des Französischunterrichts auf die Sekundarstufe erfolge somit erst nach dem entsprechenden Entscheid durch den Grossen Rat. “Bis zum Vorliegen eines definitiven Entscheids werden die Schülerinnen und Schüler bis auf weiteres nach dem Sprachenmodell 3/5 (Englisch ab 3. Klasse, Französisch ab 5. Klasse) unterrichtet.”

Der Entscheid kommt überraschend, hat sich der Kanton doch in jüngster Vergangenheit sehr entschlossen in der Sache Lehrplan 21 gezeigt. Auch die Konfrontation mit dem Bund scheute man nicht.

Denn mit dem Verzicht auf Frühfranzösisch auf Primarstufe weicht der Thurgau nicht nur vom interkantonalen Lehrplan 21 ab, der eine Harmonisierung der Lernziele an Schweizer Schulen herbeiführen soll. Er hat sich auch mit Erziehungsminister Alain Berset angelegt, der klar gemacht hatte, dass dieser Verzicht inakzeptabel sei.

Der Sprachenstreit geht auf eine Motion im Thurgauer Grossen Rat zurück. Vor gut zwei Jahren hatte das Kantonsparlament entschieden, vom interkantonalen Lehrplan 21 abzuweichen und den Französisch-Unterricht auf der Primarschule zu streichen.

(red/SDA)

TVO-Bericht: Frühfranzösisch kann bleiben


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